Die Anstalt ist heute wieder absolut großartig. Thema Überwachung. :D

Geh!Heim!Dienst!

Überraschung! Der Flughafen Berlin-Brandenburg wird doch noch ‘n Tick teurer. 2,5 Mrd. Euro genau genomen. Zum Vergleich: aktuell belaufen sich die Kosten auf rund 4,3 Mrd. Euro – oder 360.000 Monatsgehälter des brandenburgischen Ministerpräsidenten.

Ich wäre ja zu gerne mal dabei, wenn unser Wirtschaftsminister demnächst wieder zusammen mit unseren Baulöwen auf Promo-Tour durchs Ausland tingelt, um irgendwem irgendwelche Großprojekte aufzuschwatzen.

DSL-Störung direkt vor dem langen Wochenende ist übrigens mal richtig Kacke! Trotzdem muss ich den Support von 1&1 an der Stelle echt mal loben. Nachdem ich am Freitagabend die Störung gemeldet hatte, wurde mir direkt ein kostenloser WLAN-Stick angeboten, damit ich erstmal provisorisch ins Netz komme. Oder ist das heute üblich? Der Stick ging dann tatsächlich am Samstag (!) auf die Reise und wurde mir heute ins Büro geliefert. Und funktionieren tut er auch noch anstandslos – unter Linux.

Der Techniker kommt arbeitnehmerfreundlich am Samstag ins Haus. Ein Traum wäre es natürlich noch, den Stick bis dahin einfach direkt an den Router anschließen zu können. Da bin ich zwar skeptisch, erwarte aber bald einen Rückruf.

Es gibt ja nur wenige Veranstaltungen, die mich noch weniger interessieren als der Eurovision Song Contest. Aber 0 Punkte für Deutschland? Gab es das schon einmal oder haben wir in Europa mittlerweile echt so nachhaltig verschissen? Dass da nicht noch viel schlimmere Sachen dabei waren, fällt mir jedenfalls schwer zu glauben.

Die gute Nachricht: Endlich hinterfragt mal ein Verantwortlicher die Zusammenarbeit der US-Dienste mit dem BND.
Die schlechte: Nicht Merkel, sondern US-Geheimdienstdirektor James Clapper. Und das Problem sind natürlich nicht die verschiedenen Spitzel-Aktionen und permanenten Grundrechtsbrüche, sondern der NSA-Untersuchungsausschuss, aus dem immer mal wieder Informationen an die Öffentlichkeit gelangen:

Was die deutsche Regierung da veranstaltet, ist gefährlicher als die Snowden-Enthüllungen.

Hahaha!

Oups, da waren doch tatsächlich die Kommentare deaktiviert. Und das schon eine Weile. Den Übeltäter habe ich leider nicht ausfindig machen können, dafür aber eine SQL-Lösung, um nachträglich die Kommentare für alle Artikel wieder zu aktivieren:

UPDATE wp_posts SET comment_status = ‘open’

(Danke, Max)

Vorratsdatenspeicherung, NSA-BND-Skandal, No-Spy-Lüge, heute: Ausländer misshandelnde Bundespolizisten usw. usf. – boah, das ist mir gerade echt alles zuviel. Da lese ich mir lieber mal wieder ein gutes Buch.

Und auch wenn ich gerade erst die Hälte gelesen habe, muss ich für Marc Elsbergs Blackout. Morgen ist es zu spät. doch schon eine Leseempfehlung aussprechen. Ein extrem spannender Techno-Thriller, der mit dem Szenario eines Stromausfalls spielt. Europaweit und nicht nur ein paar Stunden.

Das Buch begeistert mich auf zwei Ebenen. Da ist einerseits die spannende Jagd nach den Verantwortlichen – Russen, Chinesen, Terroristen? -, bei der wir einen italienischen Hacker begleiten und von der ich nicht erwarte, dass sie mich noch enttäuscht. Und andererseits die wohl recht realistische und höchst beklemmende Beschreibung der Folgen eines solchen Stromausfalls. Technisch wie gesellschaftlich. Allein deswegen kann ich das Buch jetzt schon empfehlen – für Freunde von Eschbach und Schätzing auf jeden Fall.

Nach einem Gutachten der Münchner Universität der Bundeswehr sind die mit TTIP geplanten Schiedsgerichte verfassungswidrig. Nicht überraschend, aber ich will mir bei der Gelegenheit gleich noch notieren, wessen Idee das eigentlich war:

analogo.de war im Festsaal des Mainzer Landtages zugegen, als [der US-Botschafter] Emerson spezifizierte, es sei Angela Merkel gewesen, die 2007 während ihrer EU-Ratspräsidentschaft die Initiative zu TTIP übernahm. Die deutsche Seite würde die geheimen Schiedsgerichte forcieren, da ausgerechnet Deutschland nach Ende des 2. Weltkrieges von lukrativen internationalen Aufträgen ausgeschlossen war.

Noch ein ausführlicherer Bericht zu Emersons Rede.

Ich weiß ja nicht so genau, was ich von dieser G36-Geschichte halten soll. Dass ein Sturmgewehr bei Dauerfeuer erhitzt und unpräzise wird finde ich nicht so skandalös, und warum es bei Temperaturen oberhalb unserer eher gemäßigten Sommer funktionieren muss, erschließt sich mir auch nicht. Was ich nun aber spannend finde: Auf Geheiß des Kriegsministeriums und in Absprache mit Heckler & Koch sollte der MAD gegen kritische G36-Berichterstattung vorgehen.

Politisches Engagement muss man sich auch erst mal leisten können. Und so habe ich mal geguckt, was die Parteien an jährlichen Mitgliedsbeiträgen bei einem Monatseinkommen von 1.000 Euro netto aufrufen – was etwa dem Vollzeitverdienst bei Mindestlohn entspricht.

Am günstigsten sind die Piraten mit einem pauschalen Beitrag von 48 Euro. Eine zusätzliche Spende von 1% des Nettoeinkommens wird allerdings empfohlen, das wären weitere 120 Euro.

Auch CDU/CSU erheben einen pauschalen Basis- oder Mindestbeitrag – allerdings in Höhe von 60 Euro. Dieser erhöht sich erst ab einem Jahresbruttoeinkommen von 40.000 Euro und dann noch mal ab 60.000 Euro. Bei der CSU gelten die gleichen Konditionen. Die höheren Beiträge heißen hier (pdf) übrigens Leistungsbeitrag I und II.

Die SPD hat eine feinere Staffelung anhand des Netto-Einkommens und verlangt demnach 60 Euro bei unserem angenommenen Einkommen. Bis dahin ist die Sache auch noch eindeutig, aber danach wird’s verwirrend: die Staffelung erfolgt in 1.000er-Schritten und gibt dann jeweils drei verschiedene Beiträge an.

Die FDP (pdf) verlangt 96 Euro und landet damit überraschend nur im Mittelfeld. Der niedrigste Beitrag gilt bis zu einem Bruttoeinkommen von 2.600 monatlich.

Platz 3 teilen sich B90/Grüne – die einfach 1% des Nettoeinkommens nehmen – und die AfD mit einem Pauschalbetrag für Berufstätige von 120 Euro. Hier wird allerdings auch ein höherer Beitrag analog des Modells der Grünen “dringend empfohlen” – das macht aber in unserem Fall keinen Unterschied.

Platz 2 ist für mich wieder eine Überraschung. Die NPD – sorry, den Link müsst Ihr Euch selber suchen – nimmt nämlich 144 Euro. Das entspricht dem Mindestbeitrag von 10,50 Euro monatlich. Der Monatsbeitrag ist außerdem zusätzlich als Aufnahmegebühr zu entrichten ist – das gibt’s sonst nirgends.

Und der Sieger ist Die Linke mit sportlichen 180 Euro! Und das auch nur, weil ich unserem Mindestlohnempfänger noch ein paar Euro geklaut habe. Ab 1.001 Euro netto wären nämlich schon 240 Euro fällig.

Update: Wie konnte ich Die PARTEI vergessen? Schlanke 10 Euro pro Jahr und eine PARTEI-Mailadresse gibt’s auch noch. :)

Dass die Preise in Onlineshops schon mal vom verwendeten Betriebsystem oder dem Wetter abhängen, hat sich hoffentlich rumgesprochen. Dass die Preise auch im Einzelhandel dynamischer werden, vielleicht noch nicht.

Aber woher kennen die Händler nun die Zahlungsbereitschaft ihrer Kunden? Indem sie mit Hilfe von Dienstleistern auf riesige Datensätze zurückgreifen: vom Lagerbestand über Tageszeit, Produktkategorie, Preise der Konkurrenz bis hin zum Kaufverhalten des einzelnen Konsumenten. Damit wollen sie ermitteln, was ihre Kunden maximal für ein bestimmtes Produkt ausgeben möchten.

Zu dumm, dass RFID-Implantate noch keine Pflicht sind – die könnten dann direkt mit den Preisschildern “verhandeln”.