Auf welche Kriege will uns der Verteidigungsminister denn noch vorbereiten, wenn er auf der Trauerfeier zu Ehren der vier kürzlich in Afghanistan gefallenen Bundeswehrsoldaten sagt:

Verehrte Trauergemeinde. Nach den Gefechten vom 15. April und vom Karfreitag ist deutlich geworden, was wir vielleicht zu lange nicht wahr haben wollten. Tod und Verwundung sind Begleiter unserer Einsätze geworden. Und sie werden es auch in den nächsten Jahren sein. Wohl nicht nur in Afghanistan.

Mashable hat kürzlich eine Reihe witziger Lego-Videos vorgestellt, die entweder bekannte Film-Szenen oder Musik-Videos zum Thema haben. Besonders gefällt mir hier Sabotage von den Beastie Boys, da freue ich mich schon auf das fertige Video. Das Original zum Vergleich gibt’s hier.

Gerade noch kritisierte Friedrich Merz, dass Merkel kein Thema habe für das sie hundertprozentig einstehe, auch wenn es ihren Posten koste. Und als wollte sie ihm Recht geben, möchte sie sich zukünftig wohl auch nicht mehr als Kämpferin für das Klima profilieren:

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will nach Informationen des Nachrichtenmagazins SPIEGEL verbindliche globale Grenzwerte für Treibhausgase vorerst nicht weiter verfolgen. Die Kanzlerin rückt damit von dem Ziel ab, die Erderwärmung durch einen Weltklimavertrag auf zwei Grad Celsius zu begrenzen. Wie das Magazin in seiner neuesten Ausgabe berichtet, will Merkel vor allem eine neuerliche Schlappe für Deutschland und Europa bei Uno-Klimaverhandlungen vermeiden. Bei der von Deutschland initiierten internationalen Klimakonferenz auf dem Petersberg bei Bonn, die am kommenden Sonntag beginnt, soll es deshalb vor allem um Klimaschutzmaßnahmen gehen, die auch ohne einen verbindlichen Vertrag messbare Ergebnisse bringen können.

Dabei war das doch immer eines der wenigen, wenn auch nicht überzeugenden, Argumente der „Sie macht ihre Sache doch nicht schlecht“-Fraktion.

Schöne Hommage an Jules Verne: Eine Reise um die Welt in 80 Sekunden bzw. 640 Bildern aus 7 Städten – von London über Kairo, Bombai, Hong Kong, Tokio, San Francisco und New York wieder zurück nach London.

(via)

Anlässlich des 40. Jahrestages ihrer Gründung hat Michael Sontheimer ein Buch über die Geschichte der RAF geschrieben. Zur Rolle der Geheimdienste bei der Gründung sagt er im Telepolis-Interview:

Schon vor der Gründung der RAF tauchte in der Kommune 1 ein Mann namens Peter Urbach auf, der bei der Reichsbahn arbeitete, in Wahrheit aber Mitarbeiter des West-Berliner Landesamtes für Verfassungsschutz war. Urbach brachte Brandbomben in die Kommune 1, und er war es auch, der Horst Mahler und Andreas Baader vorschlug, auf einem Friedhof in Berlin-Neukölln nach dort versteckten Feuerwaffen aus dem Zweiten Weltkrieg zu graben. Auf der Fahrt von erfolglosen Grabungen auf diesem Friedhof wurde Andreas Baader verhaftet. Der Verfassungsschutz war also mit einem Agent provocateur an der Entstehung des Terrorismus in West-Berlin und der Bundesrepublik direkt beteiligt. Dies ist ein kaum beachteter politischer Skandal ersten Ranges. Was der Verfassungsschützer Urbach zur Entstehung der Terror-Szene in West-Berlin tatsächlich beitrug, wurde nie aufgeklärt. Es gibt Hinweise darauf, dass er, nach seiner Enttarnung mit einer falschen Identität ausgestattet, sich in den USA niederließ.

Die Tagesschau überrascht erneut. Heute mit einem Bericht über ein geheimes CIA-Strategiepapier, das die Manipulation der öffentlichen Meinung in Europa pro Afghanistan-Krieg zum Thema hat. Das Papier wurde bereits im März auf Wikileaks veröffentlicht (PDF) und zeigt, was uns in der aktuellen Diskussion zum Afghanistan-Einsatz noch erwartet:

In ihrem Deutschland-Dossier heißt es, man müsse der Bevölkerung klarmachen, dass eine Niederlage am Hindukusch eine Niederlage für die Bundesrepublik bedeute: weil Deutschland dann einer verstärkten Gefahr von Terroranschlägen, einem zunehmenden Rauschgifthandel und Flüchtlingsströmen ausgesetzt sei. Außerdem setzt die CIA auf den „Obama-Faktor“ in Deutschland .“Schön, dass die Deutschen Obama so sehr lieben“, sagt Karen Donfried, stellvertretende Direktorin der Denkfabrik German Marshall Fund in Washington, auf deren Deutschland-Untersuchungen die CIA ihr Bild von der Bundesrepublik mit stützt. „Aber was tun die Deutschen eigentlich, um Obama zu helfen?“, fragt Donfried. Genau auf diese deutsche Solidarität gegenüber Obama setzt der US-Auslandsgeheimdienst. Schließlich gelte Obama in der Bundesrepublik als jemand, der etwas von Außenpolitik und Afghanistan verstehe.

Außerdem sind verstärkt Interviews mit Frauen aus Afghanistan zu erwarten, die die Herzen der deutschen Frauen erreichen sollen – die sind nämlich laut CIA-Bericht besonders kriegsmüde.

Der Soziologe Michael Hartmann in einem interessanten Interview auf die Frage, ob sich Deutschlands Elite verändert hat:

Sie ist erstens homogener geworden. Die politische Elite hat sich der wirtschaftlichen angeglichen. Im neuen Kabinett Merkel haben drei Großbürgerkinder zentrale Ministerien inne: Guttenberg aus einer der 400 reichsten Familien Deutschlands und 800 Jahre altem Adel, de Maizière aus einer gut vernetzten Hugenottenfamilie und von der Leyen. Das gab es in der Geschichte der Bundesrepublik noch nie. Man ist immer mehr unter sich und wird mit anderen Lebenswirklichkeiten gar nicht mehr konfrontiert. Zweitens haben sich Deutschlands Eliten radikalisiert – das sieht man an Äußerungen wie den zitierten [von Thilo Sarrazin und anderen].

Ich bin überrascht: Auf tagesschau.de gibt es einen Artikel zum „Geheimnis um Israels nukleare Macht“. Neues erfährt man zwar nicht, aber oft genug berichten kann man es bei allem Säbelrasseln gegenüber dem Iran ja auch nicht.

Aufgrund von Vanunus Informationen schätzen Experten, dass Israel über bis zu 300 atomare Sprengköpfe verfügt. Immer wieder halfen verbündete Staaten beim Aufbau der Nuklearmacht. Die USA lieferten schon in den 50er-Jahren einen Forschungsreaktor, Frankreich baute einen weiteren Reaktor und eine Wiederaufarbeitungsanlage. 1999 begann Deutschland mit der Lieferung von U-Booten des Typs „Dolphin“. Fachleute nehmen an, dass sie mit Atomraketen ausgerüstet werden können.

Bei den Scienceblogs weist Ali Arbia darauf hin, dass gestern die Internationale Woche der Homöopathie begonnen hat und verlinkt einige amüsante Beiträge zum Thema. Schön ist unter anderem seine Übersetzung eines schönes Rechenexempels aus der Times, mit dem die homöopathische Potenz C30 illustriert wird:

Versucht euch ein mit Menschen gefülltes Wembley Stadium vorzustellen und alle Menschen darin trinken zwei mit dem Medikament gefüllte Pints [568 ml] die Stunde. Damit nur einer von ihnen ein einziges Molekül erwischt, braucht es eine Million Wembley Stadien bis zur vollen Kapazität mit Menschen gefüllt, die konstant Pints mit dem Medikament trinken und dies seit der Entstehung der Erde vor 4.5 Milliarden Jahren. Oh, und man braucht 737 Millionen solcher Erden!

Grandios ist auch der ebenfalls dort verlinkte Stand-Up von Dara O’Brian.

Beim Flug zur Gedenkstätte von Katyn stürzte gestern die Maschine des polnischen Präsidenten Lech Kaczynski mit Vertretern der politischen und militärischen Elite in Smolensk ab. Was das für Polen bedeuten muss, wird deutlich, wenn man sich ansieht, wen Telepolis alles unter den Opfern ausgemacht hat:

[…] die Liste  der in Smolensk tödlich Verunglückten liest sich wie das Who is Who des politischen und gesellschaftlichen Lebens in Polen. Neben Präsident Kaczynski und seiner Ehefrau Maria starben unter anderem Ryszard Kaczorowski, der letzte polnische Exil-Präsident, die Vize-Parlamentspräsidenten Krzysztof Putra  und Jerzy  Szmajdzinski, der im Herbst als Kandidat der linken SLD bei den Präsidentschaftswahlen gegen Kaczynski antreten sollte, die Vize-Senatspräsidentin Krystyna Bochenek, Aleksander Szczyglo, Chef des Nationalen Büros für Sicherheit, Wladyslaw Stasiak und Pawel Wypych, die engsten Mitarbeiter von Kaczynski in der Präsidialkanzlei, die Staatsekretäre mehrer Ministerien, der Direktor der Nationalbank Slawomir Skrzypek, der Bürgerrechtsbeauftragte des polnischen Staates Janusz Kochanowski, 14 Parlamentsabgeordnete, der gesamte polnische Generalstab mit Franciszek Gagor an der Spitze, die Militärbischöfe aller Konfessionen, Piotr Nurowski, der Präsident des Nationalen Olympischen Komitees, Janusz Kurtyka, Direktor des Instituts für Nationales Gedenken, die Ikone der Solidarnosc-Bewegung Anna Walentynowicz, sowie die Vertreter der Opferverbände von Katyn.

Ausgerechnet beim Flug zur Gedenkstätte von Katyn stürzte die Maschine mit dem polnischen Präsidenten und Vertretern der politischen und militärischen Elite in Smolensk ab

Das werden wir wohl nie wirklich erfahren. Aber es könnte gut sein, dass YouTube-Nutzer klaatu42, auf dessen Kanal Talking Animals noch mehr dieser witzigen Synchronisationen zu sehen sind, der Sache sehr nahe kommt:

Und Jochen Hoff würdigt auf Duckhome seine Verdienste:

Nun also wieder mal Kohl. Spenden und Ehrlosigkeit. Lüge. Warum soll so etwas gelobt werden. Helmut Kohl wird in die Geschichte eingehen, als der Kanzler der den Deutschen nicht sagen konnte, wofür er 2 Millionen bekommen hat. Vermutlich, weil die Deutschen sonst gewusst hätten, wer ihn gekauft hat. Für ihn persönlich mag es schön sein, nun 80 geworden zu sein. Für Deutschland ist er nur eine Kostenbelastung an Pension und ein Grund sich zu schämen, dass so ein Mann überhaupt Kanzler werden konnte.

Deshalb wirklich kein Glückwunsch. Er soll erst einmal die Wahrheit sagen.

Leider bin ich nicht so optimistisch, was Kohls Eingang in die Geschichte angeht. Zumindest in der offiziellen dürfte er als Kanzler der Einheit etabliert sein:

Es gibt zwei Arten von Weltgeschichte: Die eine ist die offizielle, verlogene, für den Schulunterricht bestimmte – die andere ist die geheime Geschichte, welche die wahren Ursachen der Geheimnisse birgt. (Honoré de Balzac)