Merkel muss die Gästeliste ihres Dinners zu Ackermanns 60. offenlegen. Da durfte Joe mit 20-30 Gästen im Kanzleramt feiern, und die Hausherrin hat offenbar schmutzige Witze erzählt oder zu intime Details gemeinsamer Erfolge preisgegeben:

Die Kläger haben zudem Anspruch auf die bislang geschwärzten Passagen der Redevorlage und auf Offenlegung der Rechnung der Kanzlerküche für das Abendessen.

In Sachen Missbrauch sind wir ja mittlerweile leider einiges gewöhnt, und dennoch markiert das Horrorkloster Kremsmünster einen weiteren sehr traurigen Tiefpunkt. Als Drehbuch würde die Geschichte kein Mensch kaufen:

Das Benediktinerstift Kremsmünster war für Hunderte Klosterschüler bis in die neunziger Jahre die Hölle. An der Tagesordnung: systematische Gewaltexzesse, sexueller Missbrauch, emotionale Zermürbung. Ein pädophiler, schwer bewaffneter Mönch stand als Konviktsdirektor an der Spitze eines ­sadistischen Regimes.

Es ist schon toll, was man mit so einem auf Glauben und Religion geeichten “moralischen Kompass“ so alles vereinbaren kann: In den Niederlanden wurden in den 1950ern Jungen missbraucht und anschließend zur Behandlung ihrer angeblichen Homosexualität in psychiatrischen Kliniken der Kirche auch noch kastriert. Und der Missbrauchsbeauftragte der katholischen Kirche in Deutschland beschäftigt derweil in seinen Bistum sieben als pädophil aufgefallene Priester.

Fürs Archiv. Oberstleutnant Jürgen Rose 2007 zum Einsatz der Bundeswehr im Inneren unter dem Vorwand der Terrorbekämpfung:

Ich habe das schon 2005 ‚Antreten zum Klassenkampf‘ genannt. ‚Terrorismus‘ ist ein Tarnbegriff, der gebraucht wird, um die gewaltsame Durchsetzung der Globalisierung zu legitimieren. ‚Terrorist‘ ist heute jeder, der gegen die etablierten Macht-, Wirtschafts- und Besitzverhältnisse angeht. Nicht nur gewaltsam, sondern auch schon verbal. Das ist eine uferlose Ausdehnung des Terrorismusbegriffs. Offenbar befürchtet man, daß die Bevölkerung irgendwann rebellisch wird und die Villen in den Vorstädten brennen. Für diesen potentiellen Bürgerkrieg will man vorbeugen.

Die Regierung erklärt, dass die Herausgabe der ACTA-Unterlagen die öffentliche Sicherheit gefährden würde. Da lässt sich nur erahnen, wie sehr da mal wieder gegen unsere Interessen gemauschelt wurde, auch wenn unsere Vertreter doch angeblich gar nichts gemacht haben. Thomas Stadler kommentiert:

Wenn Transparenz als Gefahr für die öffentliche Sicherheit dargestellt wird, dann haben wir es mit einer Begründungstechnik zu tun, die totalitäre Züge trägt und die der Regierung eines demokratischen Staates unwürdig ist.

Frontal21 hatte gerade ein interessantes Stück über die Blockade-Politik des Verfassungsschutzes gegen einen Historiker, der die rechte Vergangenheit des Dienstes erforschen will. Seinen Aussagen zufolge soll Kriegsverbrecher Klaus Barbie für die BRD nicht nur mit Waffen gehandelt haben, sondern bis 1979 auch am Aufbau der Neonazi-Szene in Deutschland beteiligt gewesen sein. Der Historiker heißt Peter Hammerschmidt, auf der Webseite von Frontal21 gibt es leider nichts zu dem Bericht.

Update: Mittlerweile gibt es den Beitrag in der Mediathek. Es kommt aber noch besser, denn in einem Freitag-Interview bringt Hammerschmidt auch noch die Gladio-Karte ins Spiel:

Die Forschungsergebnisse […] legen nahe, dass Barbie in Deutschland neofaschistische Strukturen organisierte und darüber hinaus zwischen 1978 und 1979 ausgewählte Neofaschisten für den politischen Umsturz in Bolivien rekrutierte. In den 1970er Jahren scheint Barbie in diesem Zusammenhang auch aktiv an der Organisation von Gladio-Strukturen beteiligt gewesen zu sein.