Max hat sich mal über die fortschreitenden Verschlimmbesserungen von WordPress ausgekotzt und dabei ein krasses „Feature“ entdeckt. Offenbar korrigiert WoRdPrEsS die Schreibweise von WORDpress, wenn man WordPRESS nicht mit Binnenmajuskel schreibt. Das muss ich doch gleich mal testen: WordPress.

Update: Tatsache! Was soll denn der Scheiß? Mal sehen, wie lange wir WordPress noch im Kontext negativ wertender Begriffe schreiben dürfen. Ach, und wenn wir schon dabei sind, könnten wir ja auch gleich …

Gibt es eigentlich schon alternative Versionen von WordPress, so wie es doch auch eine Version von Chrome ohne den Tracking-Kram gibt/gab?

In China produziert und selbst da noch den billigsten Anbieter gewählt? Möbelhaus ruft Hitler-Tasse zurück. (Danke, Dirk)

Update: Ich habe mal geguckt, ob schon jemand seine Tasse lieber bei eBay feilbietet, anstatt sich den 20-Euro-Gutschein vom Möbelhändler zu holen. Das zwar (noch) nicht – aber es gibt schon Feingeister, die schlecht selbstgemachte Führer-Tassen für diejenigen anbieten, die im Laden leer ausgegangen sind, und mit einer Beschreibung wie

Am besten schmeckt aus dieser Tasse ein Österreichischer „Großer Brauner“

schon mal über 23 Euro einfahren – und da geht ja in den nächsten neun Tagen bestimmt noch was. Ist das mal widerlich? Oder muss ich einfach nur meine Humordetektoren neu justieren lassen? (Ich verlinke das jetzt bewusst nicht)

Ein schöner Tag! Der EuGH hat die Richtlinie zur Intimsphärenspeicherung gekippt. Und auch wenn die Sicherheitsesoteriker aller Parteien natürlich schon darüber nachdenken, wie sie sie trotzdem bekommen, und ich mir nicht sicher bin, ob wir das auf Dauer verhindern können – ich halte mich heute an Udo Vetter und lasse mir die Stimmung nicht vermiesen:

Ein hoch erfreuliches Urteil. Es setzt die Latte für alle jene sehr hoch, die trotzdem noch eine Vorratsdatenspeicherung einführen wollen.

Update: Direkt zum PDF des Urteils.

Roger Willemsen hat ein Jahr lang die Debatten im Bundestag beobachtet und ein Buch darüber geschrieben. Auf Telepolis hat er dazu ein Interview gegeben:

Ich kann nicht sagen, dass ich im Bereich des Demagogischen, Polemischen und Ironischen besonders gefordert worden wäre und auch die Kanzlerin hält, wo es nicht um Fachfragen geht, am Liebsten – wie bei der Neujahrrede – Ansprachen, die einen Zehnjährigen geistig nicht überfordern würden.

Wir kennen die Bilder (und Töne) von Politikern, die auf einer letzten Wahlkampfveranstaltung am Vorabend des Urnengangs mit krächtzender Stimme noch einmal alles geben, um die Unentschlossenen zu überzeugen. Nun, von indischen Politikern können sie da kein Mitleid erwarten:

Um 815 Millionen Menschen abstimmen zu lassen, hat Indiens Wahlkommission neun Termine angesetzt. In Varanasi wird Anfang Mai gewählt. Vier Wochen lang wird das Land also im Wahlfieber sein.

Die Schwarze Pest will die Rechte der Verfassungsrichter beschneiden. Und warum das dringend geboten ist, zeigt zum Beispiel der Fall des undankbaren Thüringer Ex-Innenministers Peter Huber:

Huber ist Mitglied des Senats, der die Dreiprozenthürde zur Europawahl gekippt hatte, was in der Union auf Empörung gestoßen war. Huber tue so, als hätte er nie etwas mit der Union zu tun gehabt, hieß es.

Dass die Katholische Kirche viele ihrer Privilegien einem Vertrag mit den Nazis zu verdanken hat, ist wohl mittlerweile weithin bekannt. Dass daraus zum Beispiel die Finanzierung der Militärseelsorger abgeleitet wird, wusste ich auch. Was ich nicht wusste: Zum Reichskonkordat gab es ein geheimes Zusatzprotokoll für den Fall der Wiederaufrüstung und Mobilisierung Deutschlands. Das war 1933! Kirche und Widerstand im Dritten Reich bringen mich in Kombination ja immer wieder zum Lachen.

Die gottlosen Spanier und Italiener haben die Verträge ihrer faschistischen Regierungen mit dem Vatikan übrigens schon vor einiger Zeit revidiert. Leider nicht unbedingt unter Abschaffung der Privilegien.

Ohne Ramstein wäre der US-Drohnenkrieg nicht möglich. Das haben wir jetzt von einem ehemaligen Drohnenpiloten erfahren:

Wenn Bryant auf einem Stützpunkt in New Mexico den Dienst am Joystick versah, „dann gab es bei mehr als 6000 Stunden, die ich geflogen bin, und Tausenden Missionen, die ich geflogen bin, keinen einzigen Fall, in dem ich Ramstein nicht angerufen hätte, um mich mit meiner Drohne verbinden zu lassen.“ Denn auf der Luftwaffenbasis befinde sich die zentrale Relais-Station, die den Piloten in den USA mit seiner Drohne in Einsatzgebieten wie Pakistan oder Jemen verbindet.

Mal eine erfreuliche Nachricht: Die Planungen für einen Homöopathie-Studiengang in Traunstein sind vorerst vom Tisch. Das dürfte die Aura des durchschnittlichen Homöopathie-Nuters zwar nicht stören, aber ich finde es schon gut, dass es für den Hokuspokus nicht auch noch einen akademischen Abschluss gibt. Auf die offizielle Begründung bin ich allerdings gespannt:

Auskunft zum geplanten Studiengang darf bei Steinbeis nur einer geben: Professor Dr. Dr. h.c. mult. Johann Löhn, Präsident und Geschäftsführer. Der allerdings ließ Anfragen zunächst unbeantwortet. An der Homöo-Akademie in Traunstein war zunächst niemand zu erreichen.

Bitte?! Unsere Richter dürfen offenbar Geld mit dem Verkauf von Urteilen verdienen, die sie „Im Namen des Volkes“ gesprochen haben und die dieses Volk vor allem auch bezahlt hat. Ich halte mich jetzt nicht für übertrieben naiv, aber das überrascht mich genauso, wie seinerzeit die Erkenntnis, dass die Meldeämter unsere Daten zu Werbezwecken verkaufen dürfen. (via Fefe)

Es gibt Neuigkeiten von den Zwickauer Terrornazis. Weder Böhnhardt noch Mundlos hatten Rußpartikel in der Lunge, wie der jetzt dem Thüringer NSU-Untersuchungsausschuss vorliegende Obduktionsbericht der beiden Uwes belegt. Das passt dummerweise so gar nicht zur offiziellen Selbstmord-Theorie, mit der Ziercke also dreist gelogen hat:

Der Terrorist Uwe Mundlos hat nach Ermittlungen der Polizei seinen Neonazi-Kameraden Uwe Böhnhardt am 4. November in dem Wohnmobil im thüringischen Eisenach mit einem aufgesetzten Kopfschuss getötet. Dann legte Mundlos Feuer und erschoss sich mit der selben Waffe selbst. Dies belege die Tatsache, dass bei der Obduktion nur in der Lunge von Mundlos Rußpartikel des Feuers gefunden wurden, sagte BKA-Präsident Jörg Ziercke am Montag in Berlin.

Was da noch alles nicht stimmt, hat Fefe heute verlinkt.