Auch in Sachen Irak-Krieg war ich etwas ungerecht. Alles gut. Natürlich haben die USA die Chemiewaffen im Irak gefunden. Es liegt halt nur in ihrer bescheidenen Natur, dass sie damit nicht groß rumgeprahlt haben:

Laut dem Bericht der «New York Times» hielt die amerikanische Regierung den Fund chemischer Waffen nicht nur vor der Öffentlichkeit geheim, sondern liess auch jene militärischen Einheiten im Dunkeln, die mit deren Zerstörung beauftragt waren. Dies habe zur Folge gehabt, dass Soldaten nicht wussten, womit sie es zu tun hatten, daher den Kampfstoffen ausgesetzt waren und nicht die richtige medizinische Behandlung erhielten.

Na also, soll noch mal einer sagen, in der EU würden Posten nicht nach Qualifikation vergeben. Der designierte Kommissar für Digitales zum Beispiel:

“Ich bin jeden Tag online. Manchmal schreibe ich mir über mein iPhone selbst Termine in den Kalender und behalte so immer die Übersicht. Wenn ich auf der Suche nach Informationen bin, schaue ich im Netz nach”, sagte Oettinger der “Passauer Neuen Presse”. Das Internet könne eine “enorme Erleichterung sein”.

Offenbar muss ich mein trauriges Bild von Politikern doch noch mal überdenken. Erst kürzlich musste ich ja lernen, dass wider allem Anschein Kohl doch ein bemerkenswert scharfsinniger Beobachter war.

Vattenfall verklagt Deutschland wegen des Atomausstiegs auf 4,7 Milliarden Euro:

Vattenfall hat die Bundesregierung vor einem nichtöffentlichen internationalen Schiedsgericht für Investitionsstreitigkeiten (ICSID) in Washington verklagt, das zur Weltbank gehört.

[…] Als schwedischer Konzern kann sich Vattenfall auf die Investitionsschutzregeln des internationalen Energiecharta-Vertrags (ECT) berufen.

Ihr seht, alles völlig unbegründete und „diffuse Ängste“ vor TTIP.

Pornographie im Internet ist bekanntermaßen ein Riesenmarkt: 12% aller Webseiten, 8% der E-Mails, 35% der Downloads und 25% aller Suchanfragen sollen sich um Pornographie drehen. Trotzdem wird der Markt von den großen Suchmaschinen wohl aus Imagegründen eher stiefmütterlich behandelt. Also entwickeln zwei ehemalige Google-Mitarbeiter jetzt eine eigene Suchmaschine für Erwachsenenunterhaltung. Sollte das ein Erfolg werden, bin ich ja mal auf die Reaktion von Google und Bing gespannt.

Wunderbare Erkenntnisse aus der Welt der Tiere: In Japan hat ein Zoo nach vier Jahren gemerkt, dass sich zwei männliche Hyänen nicht ohne fremde Hilfe vermehren. Und einem australischen Probanden verdanken wir die Erkenntnis, dass auch Tiere auf Alkohol zu Aggression und Selbstüberschätzung neigen. Hier hat sich ein Wildschwein nach dem Genuss von 18 Bier mit einer Kuh angelegt.

Bei JP Morgan haben Hacker die Namen, Adressen, Telefonnummern und E-Mailadressen von rund 83 Millionen Kunden rausgetragen. Das lässt nur einen Schluss zu:

Die amerikanische Bundespolizei FBI hatte sich nach Bekanntwerden des Angriffs Medienberichten zufolge alarmiert gezeigt, dass möglicherweise russische Hacker dahinter stecken könnten. Das FBI untersuche, ob es sich um eine Vergeltungsaktion für die amerikanischen Sanktionen gegen Russland im Zuge der Ukraine-Krise handele […]

Eine Reportage von 1991 über die Arbeit der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften erweist sich als echtes Comedy Gold – unbedingt bis zum Ende gucken! (Danke, Dirk)

Und natürlich bleibt die Zeit dort auch nicht stehen. Heute muss die „Bundeskopierstelle für jugendgefährdende Medien“ auf Anfrage indizierte Pornofilme kopieren, wenn diese seit mehr als zwei Jahren vergriffen sind. So wollen es das Informationsfreiheitsgesetz und ein Urteil des Verwaltungsgerichts Köln.

Wer es nicht bis zum US-Präsidenten schafft, hat es offenbar einfach nicht probiert. Was ich erfreulich bürgernah nennen würde, hat die Chefin des Secret Service jetzt zum Rücktritt bewogen:

Hintergrund sind zwei Vorfälle, die der für die Sicherheit des Präsidenten zuständige Secret Service nicht verhindert hatte: Vor wenigen Tagen war es einem Mann gelungen, über den Zaun am Weißen Haus zu springen und in die streng bewachte US-Regierungszentrale vorzudringen. Dann wurde bekannt, dass ein bewaffneter und mehrfach vorbestrafter Mann in einem Aufzug in die unmittelbare Nähe des Präsidenten gelangt war. Beide Vorfälle endeten glimpflich.