Und es kommt immer noch dicker. Neuester Snowden-Leak: XKeyscore sammelt „beinahe alles was ein Nutzer im Internet tut“. Udo Vetter fasst zusammen:

Die NSA-Mitarbeiter können alle Kanäle, die jeder von uns nutzt, auf Knopfdruck zusammenführen und sich unser digitales Leben wie eine Timeline präsentieren lassen. Diese Chronik umfasst E-Mails, Chats, Facebooknachrichten, aber auch Gespräche und alles, was wir im Internet gesucht oder aufgerufen haben. Überdies ist es möglich, dass sich die Überwacher in die Echtzeit-Kommunikation einklinken.

Und Thomas Stadler kommentiert:

Was Glenn Greenwald jetzt im Guardian schreibt, geht aber sogar über das hinaus, was bisher von Menschen behauptet wurde, die in dem Ruf stehen, Verschwörungstheoretiker zu sein.

Ausführliche Darstellungen der aktuellen Veröffentlichung finden sich bei Netzpolitik.org und Spiegel Online. Und ich bin echt sauer!!1! Und frustriert. Und völlig ratlos. Könnte vielleicht mal jemand, der sich mit sowas auskennt, die sicherlich sehr kurze Liste der Tipps zu Wahrung unserer Privatsphäre zusammenstellen, die wir nicht in die Tonne treten können?

Update: Das ist jetzt nicht genau das, was ich hören wollte:

Es mag albern klingen, aber ich fühle mich von meinem Staat betrogen, regelrecht angepisst. Seit über 10 Jahren arbeite ich nun in der IT-Sicherheit, erzähle den Leuten quasi als verlängerter Arm des Bundes in Gestalt des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), wie sie ihre Computer, Smartphones und Netze und ihre Internet-Kommunikation sicherer machen können, wie sie sich vor Hackern, Schnüfflern, Phishern, Innentätern und anderem bösen Gesocks schützen sollten, wie man Daten verschlüsselt und verschlüsselt kommuniziert usw. usf. Doch seit gestern Abend ist das alles für´n Arsch. Natürlich war und bin ich nicht so naiv anzunehmen, dass es Sicherheit im Sinne von Null-Risiko geben könnte, im Gegenteil: Gern habe ich Bruce Schneiers Diktum „There is no such thing as security. There are risks and there are counter measures.“ zitiert, um klar zu machen, dass auch hier alles nur relativ ist. Nun habe ich gelernt, dass das im Fall des weltweiten Internetverkehrs Quatsch ist. Es gibt keine counter measures, jedenfalls keine unverfänglichen – die NSA sitzt am längeren Hebel, denn sie entscheidet was suspekt ist.

Sehr lesenswerter Beitrag. Er schlägt letztlich vor, das Internet „zuzuscheißen“ und das System mit jeder Menge Müll zu beschäftigen.

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