Dass die Nachricht aus dem Saarland die Bundespräsidenten-Affäre(n) ein wenig aus den Top-News verdrängt, heißt natürlich nicht, dass nicht weiter gebuddelt würde. Aktuell: First-Lady Bettina Wulff lässt sich mitunter kostenlos von Mode-Labels ausstatten. Da sie dies wohl auch in der Steuerklärung angegeben hat, ist es wohl mehr eine Stilfrage als ein richtiger Aufreger (und wir erfahren auch, dass Merkel solche Angebote ablehnt). Problematisch wird es aber, wenn sich der Bundespräsident dann auch als Werbefigur hergibt:

„Dieses Label trug sie bereits bei der Hochzeit von Fürst Albert und Fürstin Charlène in Monaco“, kommentierte Wulff ein Ensemble seiner Frau vor Journalisten.

Und auch aus der Zeit als Ministerpräsident gibt es weiteren Ärger: VW-Aktionäre fordern 1,8 Milliarden Euro von Wulff, weil er beim Übernahmekampf mit Porsche seine Pflichten als Aufsichtsrat verletzt haben soll. Konkret wirft ihm eine Gruppe von rund 70 Banken, Versicherungen und Fonds vor, die Übernahmepläne von Porsche bereits vor der offiziellen Bekanntmachung gekannt, die Aktionäre aber nicht informiert zu haben. Selbst hat er sich wohl auch als „Vorstandsvorsitzender von Niedersachsen“ bezeichnet. Und Fefe weist noch auf einen verschwörungstheoretischen Aspekt an der Sache hin: Das ist ein handfestes ökonomisches Motiv, sich um eine Aufhebung von Wulffs Immunität als Bundespräsident zu bemühen.

Derweil hat die BILD dem Wulff noch ein Transkript der Mailbox-Nachricht als Gedächtnisstütze gesandt:

Heute hat die Chefredaktion dem Bundespräsidenten eine Abschrift des Wortlauts seines Anrufes zur Verfügung gestellt, damit er sich bei Aussagen darüber nicht nur auf seine Erinnerung stützen muss.

 

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