Schon mal was vom „Forschungsamt (FA) des Reichsluftfahrtministeriums“ gehört? Nein? Ich auch nicht, aber Markus Kompa hat einen interessanten Artikel zur NSA des Dritten Reichs veröffentlicht. Und das Ausmaß finde ich echt überraschend. Mit Niederlassungen in jeder Großstadt und bis zu 6.000 Mitarbeitern konnte der Geheimdienst jedes Telefon in Deutschland abhören, und wo das nicht reichte, wurden halt Gebäude verwanzt. Außerdem:

In Berlin lasen die Abhörer täglich bis zu 34.000 inländische und 9.000 Auslands-Telegramme und Fernschreiben mit, was dadurch erleichtert wurde, dass das europäische Kabelnetz durch Berlin und Wien verlief.

Die Welt klärt auf:

Atheismus mag intellektuell brillieren, aber er höhlt die moralischen Grundlagen eines Landes aus. Das haben die beiden Diktaturen auf deutschem Boden bewiesen – beide, Nazis wie die Kommunisten, waren zutiefst christenfeindlich.

Stimmt genau, so war das damals.

Update: Noch ein historisches Zeugnis der legendären Christenfeindlichkeit der Nazis – sogar von allerhöchster Stelle.

Elsbeth Wallnöfer hat ein Buch mit dem Titel „Geraubte Tradition: Wie die Nazis unsere Kultur verfälschten“ geschrieben. Das klingt interessant, und im Telepolis-Interview erfahren wir zum Beispiel, dass wir das Wiesendirndl auch den Nazis verdanken:

Zunächst ging es darum, die Vorgängermodelle zu ent-katholisieren. Damit meinte man, sie von den geschlossenen Krägen zu befreien und die Arme frei legen zu müssen. Dabei führte sie, ich glaube schon auch bewusst dezent, gewissermaßen die erotisierte Tracht und Dirndl ein. Sie befreite die alte Kleidung von ihrem geschnürten, plumpen Ballast und schuf die bis heute so begehrte geschnürte und geknöpfte Taille, ein wahrhaft mädchenhaftes Blüschen.