Wikipedia erklärt:

Dienst ist ein Kurzfilm von Jochen Alexander Freydank. Die rund 12-minütige Satire wurde von Mephistofilm GbR produziert und im Jahre 2002 in Berlin gedreht. Der Film erhielt zahlreiche Nominierungen und Preise und wurde am 16. Februar 2005 auf ARTE zum ersten Mal im deutschen Fernsehen gezeigt.

Das ist mal ein interessanter Treffer! Ein Wachmann sorgt auf den Straßen eines fiktiven Landes für Ordnung und schießt dabei etwas über das Ziel hinaus. Teilweise wurde der Film mit versteckter Kamera gedreht und Passanten einbezogen. Und in Deutschland darf noch immer jeder machen, was er will, solange er nur eine Uniform trägt.

Der Regisseur selbst meint, es sei ein „böser Heimatfilm“ geworden. Jetzt müsste ich ihn nur noch zu sehen kriegen, finde ihn aber online nicht. Seinen 2009 mit dem Academy Award ausgezeichneten Kurzfilm Spielzeugland gibt’s hingegen bei YouTube.

Irgendwie habe ich im Moment ja mehr Lust auf Schach als auf die Horrormeldungen meines Feedreaders.

Einen Filmtipp will ich aber kurz loswerden: Der Mann vom andern Stern (1948). Ein Science-Fiction-Film mit Heinz Rühmann, der einen Außerirdischen namens Aldebaran spielt, der auf der Erde notgelandet ist und in Menschengestalt unseren kleinen Planeten kennenlernt.

Ich mag ja das Erzähltempo alter Filme, in denen die Botschaft noch eindeutig vermittelt wird, und nicht nur in einer kurzen Einstellung oder an der Mimik des Protagonisten abzulesen ist. Zwei Zitate will ich mir noch notieren:

Und nun ist alles getan, was für einen Menschen getan werden kann.

Meint „der Minister“, als er Aldebaran seine Ausweispapiere ausstellt. Denn schließlich hat er nun ein Vaterland. Und für sein Vaterland zu sterben ist bekanntermaßen „jeder anderen Ehre vorzuziehen“.

Und als Aldebaran beim Militär im strömenden Regen der Regenschirm abgenommen werden soll:

Lassen Sie das! Wenn was gegen die Vernunft ist, dann bin ich nämlich sehr empfindlich.

Herrlich! Übrigens wird die Geschichte des Films im Vorspann schon ausgiebig gespoilert – also ggf. erst bei 0:02:25 einsteigen. Aber nachher solltet Ihr ihn Euch trotzdem noch angucken, wenn Ihr bei „Die Bauten führte aus…“ und „Die Kostümfrage löste…“ auch schmunzeln müsst. smile

Wenn ich in einer Quizshow dereinst gefragt werde, warum Anfang der 1960er in Spanien die meisten chinesischen Restaurants einmal länger geschlossen waren, weiß ich jetzt: wegen Dreharbeiten! Der Monumentalfilm 55 Tage in Peking wurde nämlich nicht in China gedreht, sondern eben in Spanien. Und während man auch dort chinesische Kulissen noch relativ einfach zusammenzimmern kann, ist das bei den unzähligen Statisten schon schwieriger. Die mussten halt ganzen Land angeworben werden.

„Toni Erdmann“ soll ein US-Remake mit Jack Nicholson bekommen. Wäre das dann eigentlich das schnellste in der Geschichte Hollywoods?

Mich hat der Film bei der Erstsichtung ja nicht restlos begeistert, aber immerhin die über 160 Minuten bei der Stange gehalten. Und das nur wegen dem großartigen Spiel von Peter Simonischek und Sandra Hüller. Jack Nicholson kann da vermutlich mit, Kristen Wiig kann ich nicht einschätzen. Aber generell haben es Remakes bisher selten besser gemacht. 

Schöner Kommentar von permissiveactionlink (Nr. 7):

[…] Das Original bleibt, und lässt sich durch nichts ersetzen ! Die Amerikaner sollten sich lieber darauf konzentrieren, einen investigativen Thriller über die aktuelle „Machtergreifung“ in ihrem Land zu drehen. Aber selbst dafür existiert ein deutsches Original mit noch durchgeknallteren Akteuren aus dem Jahr 1933.

Wäre ich für das angeschlagene Image der Waffenindustrie verantwortlich, würde ich ja ihre Segnungen für den Alltag der Menschen in den Vordergrund rücken. Wie bei der Raumfahrt. Die Hochgeschwindigkeitskamera verdanken wir zum Beispiel der Kernwaffenforschung. Weil die Geschwindigkeit normaler Kameras nicht ausgereicht hat, um die ersten Momente einer Atomexplosion aufzulösen. Die Bilder mussten aber nicht nur schneller werden:

Die Herausforderung, diese enormen Helligkeitsunterschiede korrekt abzubilden und die Filme robust gegen Strahlung zu machen, sollte die Fotografie revolutionieren.

Dafür wurde in Hollywood sogar eigens ein geheimes Filmstudio gegründet.

Das ist ja schick! Ein ganzes Blog zu Filmen, die auf wahren Begebenheiten basieren oder zumindest von ihnen inspiriert sind. 

Dazu gehört mit Heat (1995) auch einer meiner Lieblingsfilme, bei dem ich jetzt keinen realen Bezug erwartet hätte. Insbesondere die Szene im Restaurant mit De Niro und Pacino hätte ich der Phantasie eines Drehbuchschreibers angerechnet, hat es aber tatsächlich so gegeben.

Copyright-Bullshit des Tages: Wer sich momentan Selma im Kino ansieht, bekommt keine Originaltexte zu hören, weil die Reden von Martin Luther King urheberrechtlich geschützt sind. Wie geht das denn? Ich dachte immer, öffentlich gehaltene – zumal politische – Reden von Personen der Zeitgeschichte, könnten frei zitiert werden. Ich habe von so etwas auch bei noch keinem anderen historischen Film gehört.

Eine kleine (und ganz sicher immer unvollständige) Liste politischer Filme. Da ich selbst noch nicht alle gesehen habe, ist eine Nennung nicht unbedingt als Empfehlung zu verstehen – das Ganze ist auch eine To-Watch-Liste für mich. Ich denke aber auch, dass kein völliger Schmutz dabei ist.

Die Liste werde ich ergänzen und bestimmt noch mal irgendwie ordnen. Für den Moment fehlt mir da allerdings – insbesondere für die Filme ohne realen politischen Hintergrund – noch die rechte Inspiration. Deswegen vorerst einfach chronologisch und mit Links zur IMDb, Filme mit realem Hintergrund sind durch ein * gekennzeichnet.

Afghanistan-Krieg(e)

Apartheid Südafrika

George W. Bush

Bill Clinton

Kalter Krieg

Abraham Lincoln / Attentat

Oktoberfest-Attentat

Rote-Armee-Fraktion / Deutscher Herbst

Margaret Thatcher

McCarthy-Ära

Watergate / Richard Nixon

Die Weiße Rose

Unzugeordnet

Filmproduzent will Actionfilm kürzen, weil er für das US-Publikum „zu intelligent“ ist. Das macht den Film ja direkt interessant. Es geht um „Snowpiercer“ von Regisseur Bong Joon-ho:

Die Charakterzeichnung sei zu ausführlich und bremse die „Action“. Deshalb forderte der berühmt-berüchtigte Produzent und Verleiher die Kürzung des Films, doch der Regisseur weigerte sich.

Und deshalb ist der Film in den USA nicht zu sehen. Zur Ehrenrettung der Amerikaner sei aber erwähnt, dass das ungeschnittene Original bei Testvorführungen besser ankam.