Lernen funktioniert auf Ebene der Nervenzellen wohl nicht so zielgerichtet, wie ich mir das vorgestellt hatte. Denn wenn wir etwas lernen, nimmt das Volumen des Gehirns erst zu und dann wieder ab. Es ist doch beruhigend zu wissen, dass uns durch zu viel lernen nicht irgendwann der Schädel platzt – auch wenn sich Milliarden von Schülern weltweit über das Argument sehr gefreut hätten. smile Was ich mich frage: in welchen Größenordnungen spielt sich das ab und wie misst man es?

Schönes Bild:

Sie beschreibt Hirnzellen metaphorisch als Schauspieler, die sich an einem Casting für einen Film beteiligen, dessen Regisseur das Gehirn ist: Das Gehirn lädt verschiedene Kandidaten ein, indem es neue Zellen produziert, und dies verursacht sein makroskopisch erkennbares Volumenwachstum. Das Gehirn probiert dann verschiedene Funktionen aus — um zu erkennen, welche Zellen die Information am besten speichern oder weitergeben können; diese werden dann behalten. Die anderen Kandidaten werden dann abgewiesen oder es werden ihnen andere Rollen gegeben.

Intro- und Extraversion hirnphysiologisch erklärt:

Introvertierte, so die Entdeckung, sind häufig auch dann neuronal stimuliert, wenn sie keine Reize von außen empfangen. Wegen dieser von Natur aus höheren Gehirnaktivität haben die Stillen offenbar ein stärkeres Bedürfnis, sich gegen Reizüberflutung abzuschirmen.

Der grundlegende Unterschied beider Gehirne wird hier hier näher erläutert:

Auf der Flucht und bei der Jagd wird der Botenstoff Dopamin ausgeschüttet. Schnelligkeit ist bei beidem Trumpf, also aktiviert Dopamin kaum mehr als die zur Verarbeitung von Sinneseindrücken nötigen Bereiche.

Um abends am Lagerfeuer und in Ruhe das Ergebnis der Jagd auszuwerten, werden dann weitere Bereiche benötigt, um sie mit früheren zu vergleichen, zu bewerten, Fehler und neue Ideen zu finden und Pläne zu entwickeln. Die aktiviert Acetylcholin.

Soweit funktionieren introvertierte und extrovertierte Gehirne gleich. Der Unterschied liegt im Belohnungssystem: Der Extrovertierte braucht ordentlich Dopamin, der Introvertierte hat davon schnell zuviel und braucht dann seine Ruhe. Dafür spricht er aber auch auf Acetylcholin an und kann sich damit belohnen, sein Gehirn zu beschäftigen.

Weitere Erkenntnisse in Cartoons und mit Quellen bei Bored Panda.

Wissenschaftler wollen das menschliche Gehirn auf Supercomputern simulieren. Ein ehrgeiziges Projekt:

Serious hardware is necessary for a project of this kind — to pack the simulation into a single computer would require a system 1,000 times more powerful than today’s supercomputers. […] It will take Europe 10 years to map all of the 100 billion neurons connected by 100,000 billion synapses that make up a human brain.