Männer werden nicht signifikant seltener Opfer sexueller Gewalt als Frauen. Das legen aktuelle, wenn auch nicht repräsentative Studien aus Chile und der Türkei nahe. Wobei es ja schon ein Fortschritt wäre, Männer hier überhaupt mal als Opfer wahrzunehmen – von den konkreten Zahlen abgesehen.

Im Forum hat ein Nutzer noch einen Bericht ergänzt, nach dem es in Deutschland keine Vorgehensweise für den Umgang mit männlichen Vergewaltigungsopfern gibt.

Dann sind wir runter in den Rettungswagen gegangen und dann ging es irgendwie nicht weiter. Und ich hab nur gesehen, wie die Ärztin draußen die ganze Zeit mit dem Handy telefoniert hat. Irgendwann hab ich dann erfahren, dass es keinen Prozess in Deutschland gibt für männliche Vergewaltigungsopfer. Also, eine Frau würde man halt zum Gynäkologen bringen, das passiert beim Mann wohl nicht. Und Krankenhäuser wollten mich nicht aufnehmen im Umkreis und die Ärztin wusste halt nicht, was sie mit mir machen soll. Dann wurde mir dazu geraten, dass ich unterschreibe, dass ich auf eigene Verantwortung den Rettungswagen von seiner Hilfspflicht entlasse.

Man darf in ethischen Fragen einfach keine Religioten zu Rate ziehen – auch nicht den Papst:

Franziskus erzählte dazu eine Anekdote: Einmal habe er einen Vater sagen hören: „Manchmal muss ich meine Kinder ein bisschen schlagen, aber nie ins Gesicht, um sie nicht zu erniedrigen.“ Er selbst habe geantwortet: „Wie schön, er hat einen Sinn für die Würde. Er muss bestrafen, er tut es auf gerechte Weise, und von dann geht es weiter.“

Eine Studie mit mehr als 6.000 befragten Häftlingen bringt Abscheuliches zutage: Jeder vierte Gefängnisinsasse wurde im letzten Monat (!) Opfer von Gewalt. Bei den Jugendlichen war es sogar fast jeder zweite, und hier lag die Wahrscheinlichkeit vergewaltigt zu werden zudem bei 7%.

Dazu der sensible Kommentar eines Verantwortlichen:

Niedersachsens CDU-Justizminister Bernd Busemann äußerte sich […] bloß mit den Worten, daß ein Knast eben keine Mädchenpension sei und er mit dem Zustand gut leben könne.

Der ist auch schon vorher durch feinfühlige Positionen in rechtsstaatlichen Fragen aufgefallen. So verkündete Busemann, nachdem der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte die nachträgliche Sicherungsverwahrung in Deutschland für menschenrechtswidrig erklärt hatte:

Der Niedersachse bleibt stur. Ich lasse keinen raus.