Großbritannien hat heute offiziell den Brexit beantragt. Und vor ein paar Tagen hat die EU schon mal die Austrittsrechnung fertig gemacht.

Wer die Union verlässt, muss dafür zahlen. Das betrifft Pensionsverpflichtungen, offene Rechnungen, zugesagte Beiträge für Förderprogramme, die Haftung für gemeinsame Schulden. Beamte in der Kommission und im Europäischen Rat haben in den vergangenen Monaten viel gerechnet. Sie sind auf eine Summe von rund sechzig Milliarden Euro gekommen.

Was den britischen Nettozahlungen für 5-10 Jahre Mitgliedschaft entspricht – ohne die Vorteile.

In Großbritannien wurden letztes Jahr so viele Vinyl-Platten verkauft, wie seit 1991 nicht mehr. Immerhin 5% der Alben gingen als gepresste Scheibe über die Ladentheken. 

Mir fehlt da ein bisschen der emotionale Bezug, weil ich nur eine Handvoll Platten hatte, als ich meinen ersten CD-Player bekam, und es dann auch nicht mehr wurden. Interessanterweise wird der aktuelle Trend aber auch von jungen Menschen getragen, die Vinyl-Platten eigentlich gar nicht mehr kennen sollten. 

Nehmen die sich heute auch wieder gegenseitig Kassetten auf? Und können wir den Bandsalat dann wieder von der Liste bedrohter Wörter streichen? 

Ein 101-jähriger Brite wurde wegen Kindesmissbrauch zu 13 Jahren Haft verurteilt. Und in Indien ist ein Mann mal mit 108 Jahren aus gesundheitlichen Gründen entlassen worden. 

Mir fallen bei uns zwar gerade keine älteren Angeklagten als die gut 90-jährigen Altnazis ein – und Mord verjährt ja eh nicht. Aber auch im oben genannten Fall wäre sowas bei uns denkbar. Die Verjährungsfrist für schweren Kindesmissbrauch beträgt nämlich 20 Jahre, beginnt aber erst mit dem 30. Geburtstag des Opfers. Und direkt altersabhängig ist die Hafttauglichkeit meines Wissens nicht. 

Auch in Woche 2 nach dem Brexit hat es niemand eilig, der Abstimmung auch Taten folgen zu lassen. Cameron hatte die Verantwortung ja gleich auf den nächsten Premier abgeschoben, Johnson und Farage wollen es erst gar nicht werden, und auch in Deutschland macht man sich so seine Gedanken. Die Briten sind noch lange nicht raus – und ich rechne überhaupt nicht damit.

Medikamentenstudien in der DDR: Westliche Pharmafirmen testeten massenhaft Arzneien an Ost-Patienten

Westliche Pharmahersteller haben in DDR-Kliniken in großem Stil Medikamente testen lassen. Von 1961 bis 1990 habe es Hinweise auf bis zu 900 klinische Tests gegeben, heißt es im Abschlussbericht eines Forschungsprojekts unter Leitung des Medizinhistorikers Volker Hess, der am Dienstag in Berlin vorgestellt wurde. Allein für die 80er Jahre wurden 321 Studien nachgewiesen.

[Spiegel Online]

Die Probanden waren wohl mehrheitlich informiert, bekamen Sonderurlaub und erhofften sich wirksamere Medikamente aus dem Westen.

Jakob Augstein über Merkels Krieg. Die Lage scheint etwas unübersichtlich.

Wer will noch mal, wer hat noch nicht. In Syrien kämpfen im Moment – ohne Anspruch auf Vollständigkeit: die USA, Kanada, Großbritannien, Frankreich, Russland, die Vereinigten Arabischen Emirate, Katar, Saudi-Arabien, Bahrain, Jordanien, die Nusra-Front, die Türkei, Hisbollah, Iran, die „Freie Syrische Armee“, mehrere kurdische Gruppen, die Syrische Armee und natürlich der „Islamische Staat“.

Aber da die Übergroße Koalition ja am Freitag schon das Mandat im Bundestag beschließen will, gibt’s da heute oder morgen bestimmt noch eine klärende UN-Resolution.

Mit der Medienkompetenz der Digital Natives ist es nicht weit her, hat eine britische Studie herausgefunden.

Nur ein Drittel der Befragten im Alter zwischen zwölf und 15 Jahren konnte beim Benutzen von Google korrekt zwischen einem tatsächlichen Suchergebnis und Werbung unterscheiden. In der Altersgruppe der Acht- bis Elfjährigen war der Anteil noch geringer: Dort kannte nur ein Fünftel den Unterschied.

Neue Snowden-Dokumente zeigen angeblich, wie die GCHQ auf Basis von Milliarden Metadaten und Cookies die Spuren und Gewohnheiten von Online-Nutzern verfolgt und daraus umfangreiche Profile erstellt.

Das darin umrissene ambitionierte Ziel: die Surfgewohnheiten „aller im Internet sichtbaren Nutzer“ aufzuzeichnen. Das GCHQ hat demnach einschlägige Operationen den Papieren nach vor rund sieben Jahren ohne öffentliche Debatte oder Kontrolle gestartet. Neben einer Datenbank für aufgerufene Webseiten gebe es weitere etwa für die Analyse von Chats, E-Mail, Internet-Telefonaten, SMS, Standortdaten und Interaktionen über soziale Netzwerke. Separate Systeme registrierten „verdächtige“ Suchen via Google im Netz und über den Kartendienst Maps.

Ein britisches Unternehmen hat eine Brennstoffzelle entwickelt, mit der ein aktuelles iPhone eine Woche lang laufen soll. So richtig alltagstauglich und nachhaltig klingt das allerdings nicht.

In der Serienfertigung will man […] auswechselbare Wegwerf-Kartuschen verwenden.

Von den Kosten ganz zu schweigen. Das tägliche Laden des Smartphones kostet mit bisher üblichen Akkus keine zwei Euro im Jahr. Das hätte ich ja auch nicht gedacht. Für einen kleineren Akku hat das hier in der ersten Antwort mal jemand vorgerechnet.

Auf den britischen Atom-U-Booten herrschen offenbar verheerende Sicherheitsbedingungen. Das berichtet William McNeilly, ein 25 Jahre junger Whistleblower, der wegen der Zustände eine nukleare Katastrophe kommen sieht.

„Es ist schwieriger in einige Londoner Nachtclubs zu gelangen, als in die Grüne Zone“, resümiert McNeilly seine Erfahrungen, die er über ein Jahr lang machte. Bei der ersten Kontrolle im Shuttle-Bus zeigte McNeilly regelmäßig seinen Zimmerschlüssel statt seiner Identitätskarte vor, ohne dass es auffiel.

Und viel besser werden die Kontrollen dann auch nicht mehr, so dass er unter anderem unbefugt ein Sicherheitshandbuch abfotografieren und an Sitzungen teilnehmen konnte, bei denen er nicht hätte anwesend sein dürfen. Auch technisch liegt einiges im argen.

Am Ende einer dreimonatigen Seepatrouille wird jeweils ein Test durchgeführt, um zu prüfen, ob das U-Boot im Ernstfall Atombomben abschießen kann. Bei drei Versuchen zeigte sich, dass bei einem Abschuss das U-Boot keine stabile Lage einhalten würde, so dass die Missile nicht den gewünschten Flugweg nehmen könnte.

Ex-MI5-Whistleblowerin Anne Machon im Interview auf die Frage, was man als einzelner Bürger heute noch für ein wenig Privatsphäre tun kann:

PGP-Verschlüsselung ist sehr gut, der Tor-Browser, das Betriebssystem Tails. Aber es kommt natürlich auf Ihre Risikogruppe an. Wenn Sie Whistleblower, investigativer Journalist oder ein politischer Aktivist sind, sollten Sie besser Hardware nutzen, die älter ist als 2008. Seit jenem Jahr nämlich werden überall Hintertüren für die Geheimdienste eingebaut. Im Prinzip gibt es nur einen einzigen Weg, wie Sie wirklich sicher und geheim mit einem anderen Menschen kommunizieren können: Nehmen Sie ein Stück Glas und legen Sie Ihr Blatt Papier darauf – so hinterlassen Sie keine Abdrücke. Decken Sie das ab und schreiben Sie unter der Decke – so kann Sie niemand sehen oder hören. Dann wechseln Sie, und Ihr Gegenüber kann die Nachricht lesen. Anschließend zerstören Sie das Papier gründlich. Am besten verbrennen Sie es.

sad

Daimler will seine rund 280.000 Mitarbeiter alle drei Monate mit den Terrorlisten von USA und EU abgleichen.

Sollte ein Daimler-Mitarbeiter auf den Sanktionslisten auftauchen, ist dieser laut Betriebsvereinbarung „freizustellen, das Entgelt wird nicht ausbezahlt, und alle weiteren Leistungen sind zurückzuhalten“

Ein guter Ansatz, auch wenn da viel Potential ungenutzt bleibt. Was ist zum Beispiel mit den Babys auf den Terrorlisten? Ist es zu verantworten, Menschen zu beschäftigen, die die kommende Terroristengeneration aufziehen? Generell gehört auch das Umfeld der Mitarbeiter besser ausgeleuchtet, finde ich. Sicherheit geht vor. (Danke, Volker)

Update: Die Briten haben den Ernst der Lage erkannt. Dort sollen jetzt schon Kindergärtnerinnen terrorverdächtige Babys melden.