Ich gehöre weder zur Zielgruppe noch zu den Lesern der „Freizeitwoche“, würde aber bei solchen Blättern mal ein leichtes Übergewicht von schamlos übertriebenen Boulevard-Belanglosigkeiten gegenüber validen Informationen voraussetzen. Komplett erfundene Interviews finde ich trotzdem überraschend.
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Berliner Pannenflughafen: Zu ehrliches Interview – BER-Pressesprecher gefeuert
„Versenkte Milliarden“, „zu viel verbockt“, „scheiße gelaufen“: In einem Interview hat der BER-Pressesprecher Klartext gesprochen – wohl zum letzten Mal in dieser Funktion. Er wurde umgehend freigestellt.
[Spiegel Online]
Gestern hat unser angehender Ex-Bundespräsident zur besten Sendezeit ARD und ZDF ein exklusives Interview gegeben. Viel Neues gab es da wieder nicht zu hören: im Wesentlichen hält er sich für das Opfer und von der bösen Presse verfolgt. Interessanterweise behauptet er aber auch, Diekmanns AB nur vollgewulfft zu haben, um eine Verschiebung der Veröffentlichung zu erreichen, bis er selbst wieder im Land ist. Es sei nicht darum gegangen, die Veröffentlichung zu verhindern. Das sieht die BILD anders.
Auch interessant: Netzpolitik.org wurde vorab ein mp3 des Interviews zugespielt, so dass man dort schon vor der Ausstrahlung ein Transkript lesen konnte. Martin Haase hat das Interview sprachlich analysiert, dazu passt auch sein Vortrag auf dem 28C3 zum Politiker-Nebelsprech. Und die Süddeutsche hat das Presse-Echo zum Interview gesichtet.
Update: Die BILD bittet Wulff nun um Erlaubnis, im Sinne der angekündigten Transparenz den Wortlaut der AB-Nachricht zu veröffentlichen. Hier der Brief.
Update: Zumindest hat Wulff sein Verständnis von Transparenz schnell klargestellt und die Veröffentlichung bereits abgelehnt. Auch sein Brief bei Bild.