Da hat wohl ein PR-Stratege die Säkularen als unterrepräsentierte Zielgruppe entdeckt. Die FDP im Norden will Ernst machen mit der Trennung von Kirche und Staat:

Keine Kirchensteuer-Erhebung durch die Finanzämter und keine Landeszuschüsse mehr, stattdessen Auf- und Ablösung der Kirchenstaatsverträge durch die Landesregierung, keine Sendezeit mehr im öffentlich-rechtlichen Rundfunk, ein Verbot aller religiösen Symbole in staatlichen Einrichtungen und nur noch den Rechtsstatus ähnlich dem eines Vereins: Das sind die Kernpunkte eines Antrags, den die Liberalen auf ihrem Parteitag am Sonnabend in Neumünster beschließen wollen.

So ganz hat man auf der Insel das Konzept der Trennung von Kirche und Staat wohl noch nicht durchdrungen: Im britischen Oberhaus sind 26 Sitze fest für den Klerus reserviert.

Dazu passend fürs Archiv noch ein kürzlich entdecktes Zitat von Heinrich Heine:

In dunklen Zeiten wurden die Völker am besten durch die Religion geleitet, wie in stockfinstrer Nacht ein Blinder unser bester Wegweiser ist; er kennt dann Wege und Stege besser als ein Sehender. Es ist aber töricht, sobald es Tag ist, noch immer die alten Blinden als Wegweiser zu gebrauchen.