Als mir hier vor einem halben Jahr ungewöhnliche Besucher aufgefallen sind, habe ich für einen kurzen Moment auch darüber nachgedacht, ob es sich um eine Form von Spam handeln könnte. Den Gedanken hatte ich allerdings verworfen, da es letztlich nur wenige Besucher waren und mir der Sinn einer solchen Spam-Aktion auch nicht ganz einleuchten wollte.

Für die Penetranz mit der Semalt seit heute auf sich aufmerksam macht, musste nun allerdings eine andere Erklärung her. Und die heißt Referrer-Spam. Die Idee dahinter ist wohl, Backlinks durch hohe Platzierungen in den Referrerlisten von Seiten zu generieren, die diese automatisch veröffentlichen. Im konkreten Fall könnte es aber auch sein, dass nur die Webseitenbetreiber angelockt werden sollen, um die SEO-Dienste des Spammers in Anspruch zu nehmen – oder zumindest dessen Datenbank zu komplettieren. Dafür gibt es dann auch gleich ein Formular. Ist das mal frech?

semalt-spam

Ist das Problem aber erstmal erkannt, findet sich im Netz zum Glück auch meist eine Lösung. Und so lassen sich mittels .htaccess gleich noch ein paar Dutzend weitere Spammer aussperren. Hoffe ich zumindest, denn im Moment ist ohnehin Ruhe. Es ist aber auch nie ein Spammer da, wenn man tatsächlich mal einen braucht. wink

Also wenn ich einen Bot für Kommentarspam programmieren wollte, würde ich ja zumindest versuchen, die richtige Sprache zu verwenden. Schon die TLD könnte da ganz einfach wertvolle Hinweise liefern. Statt dessen:

crypto-spam

Kurze Service-Durchsage für die spammende Zunft: Ihr könnt die Adresse gewinn@svenbuechler.de jetzt verbrennen! Mails an diese Adresse landen ab sofort ausnahmslos und direkt im Papierkorb. Die habe ich vor einigen Jahren bei einer Handvoll Gewinnspielen angegeben, und irgendwie muss sie dann einem der durchweg seriösen Unternehmen abhanden gekommen sein. Denn dass die über intime Videos meiner Nachbarin verfügen, glaube ich nicht so recht.

Natürlich würde ich die betroffene Quelle gerne über das augenscheinliche Sicherheitsleck in ihrem System informieren, doch leider weiß ich nicht mehr, wo ich die Adresse verwendet habe. Deswegen gibt’s ab jetzt nur noch musterfirma@svenbuechler.de bei solchen Gelegenheiten. wink