Wie sind wir eigentlich auf einen ernsten Störfall in einem unserer AKW vorbereitet?

Ein halbes Jahr hatten die Behörden Zeit, sich auf die Übung vorzubereiten. Trotzdem geht sie gründlich schief: Bund und Länder streiten sich über Kompetenzen, die Koordinierung der Beteiligten untereinander dauert viel zu lange, und dann gibt es auch noch technische Probleme bei den Telefonkonferenzen. Die Folge: Die Bevölkerung wird erst informiert, als die radioaktive Wolke in dem fiktiven Szenario schon Millionen Menschen erreicht hat.

(via Telepolis)

Was für ein Glück, dass wir die EU haben, die sich nach den erfolgreichen Stresstests der Banken nun die europäischen AKWs mal so richtig zur Brust nimmt:

Angeblich sollen nun auf Vorschlag der Vereinigung der Westeuropäischen Aufsichtsbehörden die Reaktoren nur noch „daraufhin überprüft werden, ob sie Naturkatastrophen wie Erdbeben, Flutwellen oder extremen Temperaturschwankungen standhalten“. Und wie üblich sollen offenbar auch bei den gefährlichen Atomkraftwerken die Böcke auch noch zum Gärtner gemacht werden, die immer wieder Störfälle in ihren Anlagen verschwiegen oder geschönt haben. Es sollen die Betreiber sein, die nun nur noch einen „Bericht zu möglichen Gefahren verfassen und an die Kommission senden“, berichtet die Zeitung weiter.

Andererseits fing Tschernobyl ja auch mit einem Stresstest an, nur werden wir das als Begründung sicherlich nicht hören.