Die österreichische Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 hat kürzlich einen umfangreichen Bericht namens „Glyphosat und Krebs: Gekaufte Wissenschaft“ veröffentlicht. Untertitel: „Die Tricks von Monsanto und der Beitrag der Behörden, um Glyphosat vor einem Verbot zu retten“. Allerdings gibt es nur eine deutsche Zusammenfassung, der Report (PDF) ist in Englisch verfasst.

Das kam (wahrscheinlich nicht zufällig) vor der morgigen Jahreshauptversammlung von Bayer, für die die Aktionäre hinsichtlich der geplanten Übernahme von Monsanto schon mal großen Gesprächsbedarf angemeldet haben.

Auf die Studie bin ich über einen Artikel bei Telepolis mit dem Titel „Glyphosat: Datenmasseure bei der Arbeit“ gestoßen. Schöner Begriff.

Der Goldesel unter den Pflanzenschutzmitteln soll 2019 neun Milliarden Euro ausspucken – 2012 belief sich die weltweite Nachfrage noch auf fünf Milliarden Euro.

Lebensmittelfälschungen sind ein einträgliches Geschäft. Während bei uns Wein mit Aromastoffen verfeinert wird oder das falsche Fleisch in der TK-Lasagne landet, sind in Indien Glasnudeln und Reis aus Kunststoff auf den Markt gekommen.

„Experten schätzen, dass die Gewinne mit Lebensmittelbetrug die Größenordnung der Erträge aus dem Drogengeschäft oder dem Menschenhandel entsprechen“, sagte der Präsident des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL), Helmut Tschiersky […]

Ihr kennt vielleicht die Anekdote, dass die Amerikaner Unsummen für einen Kuli ausgegeben haben, der auch in der Schwerelosigkeit schreibt, während die Russen einfach Bleistifte genommen haben. Daran muss ich denken, wenn ich lese, dass die Chinesen erst jetzt normale Kulis selbst bauen können

[…] also auch das kleine Stahlkügelchen an der Kulispitze. Es muss besonders präzise, rund und aus sehr hartem Stahl gefertigt werden.

Wie bei den Russen sicher nur eine Frage der Prioritäten, aber wer hätte gedacht, dass die beliebten Werbegeschenke ein Stück High-Tech sind. 

Die Karriere des Geldwäsche-Chefermittlers der Deutschen Bank währte nur sechs Monate. Der Mann hatte den Job schon bei anderen Großbanken gemacht und war davor Polizist. Ein überaus qualifizierter Mitarbeiter, wie es scheint – was war also passiert? 

Einzelne Quellen berichten, der Brite habe auf einen forscheren bankinternen Auftritt der Regelwächter gedrängt. 

Oh, der wollte wirklich seinen Job machen. Da gab es wohl ein Verständigungsproblem beim Vorstellungsgespräch. 

In Großbritannien wurden letztes Jahr so viele Vinyl-Platten verkauft, wie seit 1991 nicht mehr. Immerhin 5% der Alben gingen als gepresste Scheibe über die Ladentheken. 

Mir fehlt da ein bisschen der emotionale Bezug, weil ich nur eine Handvoll Platten hatte, als ich meinen ersten CD-Player bekam, und es dann auch nicht mehr wurden. Interessanterweise wird der aktuelle Trend aber auch von jungen Menschen getragen, die Vinyl-Platten eigentlich gar nicht mehr kennen sollten. 

Nehmen die sich heute auch wieder gegenseitig Kassetten auf? Und können wir den Bandsalat dann wieder von der Liste bedrohter Wörter streichen? 

Apple soll in Irland bis zu 13 Milliarden Euro Steuern nachzahlen, findet die EU-Kommission. Das macht – Stand Anfang letzten Jahres – nicht mal 7,5% der liquiden Mittel von Apple. Und weniger sind es seitdem vermutlich nicht geworden.

Die Iren sind natürlich anderer Meinung, denn die haben ja ein erfolgreiches Steuermodell zu verteidigen.

Update: 2014 zahlte Apple 0,005% Steuern. Das macht 50 Euro auf jede Million Euro Gewinn.

Unsere Geliebte Regierung will mal wieder die Autobahnen privatisieren. Lesenswerter Artikel zu Public-Private-Partnerships.

Dann können die privaten Investoren den Bürgern noch einmal gewaltige Beträge abknöpfen und in die eigenen Taschen stecken. Man kann es drehen wie man will, in den repräsentativen Demokratien haben die Bürger immer die Arschkarte und müssen zahlen. Sie sind und bleiben die Dukatenesel, die als Einzige immer zur Verfügung stehen, wenn Dukaten gebraucht werden. Und Esel sind sie auch, wenn sie das immer mit sich machen lassen.

IWF-Ökonomen kritisieren Neoliberalismus.

Aber dann greifen die Autoren zwei Standardrezepte des Neoliberalismus zentral an: die Kürzung der Staatsausgaben und die freien Kapitalmärkte. Bei beiden Instrumenten könne man nicht beweisen, dass sie das Wachstum fördern. Stattdessen würden sie die Ungleichheit erhöhen – und könnten unterm Strich mehr schaden als nutzen.

Da war der Zensor wohl gerade pinkeln, wie Fefe immer so schön sagt. Bringt nur nichts, abwählen werden wir ihn trotzdem nicht. (via >b’s weblog)