Forscher haben mit manipulierter DNA einen Computer gehackt, der diese analysieren sollte. Okay, die ausgenutzte Lücke haben sie dafür selbst eingebaut – abgefahren ist das trotzdem.

Wie die Forscher warnen, könnten sich Hacker eines Tages auf ähnliche Weise mit manipulierten Blut- oder Speichel-Proben Zugriff auf Universitätscomputer verschaffen, Informationen aus forensischen Laboren stehlen oder Genom-Daten infiltrieren.

Ein Parteitag der Kommunistischen Partei in China ist die beste Gelegenheit, die Zensur im Land zu untersuchen. Ein Wissenschaftler der Havard-Universität hat dazu in China ein Forum eröffnet und Interessantes berichtet. So rieten ihm die chinesischen Entwickler des Forums, zwei bis drei Zensoren pro 50.000 Nutzer einzustellen – was landesweit 50.000 bis 75.000 Zensoren bedeutet und vielleicht auch eine Orientierung für den Personalbedarf unserer maaslosen Internetzensur liefert.

Auch interessant: Kritische Meinungsäußerungen werden nicht so streng zensiert, wie gedacht. Hier geht es eher um Beiträge, die zu Aktionen oder Versammlungen aufrufen.

Dass der weibliche Blauwal mit seinen 33 m Länge das größte Wirbeltier überhaupt ist, habt Ihr in der Schule sicherlich auch alle mitbekommen. Wie riesig so ein Blauwal ist, war mir hingegen nicht so richtig bewusst. So wiegt seine Zunge zum Beispiel so viel wie ein Elefant. surprised

Klar, dass er damit auch noch eine Reihe weiterer Rekorde aufstellt. Auch wenn ich mich der Schlussfolgerung, ob der schieren Größe von Balaenoptera musculus sei ein Schöpfer vonnöten, nicht so einfach anschließen mag.

Wikipedia erklärt:

Die Marchantiidae sind eine Unterklasse der Lebermoose und umfassen die Lebermoose mit komplex gebauten Thalli. Mit einem Umfang von rund 350 Arten sind sie die größte Unterklasse der Marchantiopsida.

Da stellt sich mir die Frage: Wenn eine Unterklasse der Lebermoose schon 350 Arten hat, wie viele gibt es dann insgesamt? Rund 16.000, weiß abermals Wikipedia.

Schweriger wird es bei der Gesamtzahl aller Arten. Der längliche Wikipedia-Artikel deutet schon darauf hin, dass es da in der Wissenschaft eine große Bandbreite an Schätzungen gibt. Eine recht aktuelle aus dem Jahr 2011 geht von insgesamt 8,7 Millionen Arten aus.

Im Endergebnis kamen die Forscher auf circa 7,8 Millionen Tiere, fast 300.000 Pflanzen, über 600.000 Pilze, 36.000 tierische Einzeller und 27.000 Algen.

Ob man nun von 5 oder 15 Millionen Tierarten ausgeht: die Tiere dominieren deutlich bei der Vielfalt, bilden aber nur 2 Promille der Biomasse.

„Sex sells“ stimmt so nicht. Hat zumindest eine Meta-Studie von 78 Untersuchungen aus den Jahren 1969 bis 2017 ergeben. Die Probanden erinnerten sich zwar eher an sexy Werbung, kauften die Produkte aber nicht öfter. 

Kann ich bestätigen: Ich erinnere mich an die damals skandalöse Fa-Werbung, habe die Seife aber nur einmal mangels Alternative auf einem Campingplatz gekauft.

Fraunhofers entwickeln eine App, die ein Smartphone zum Spektrometer macht. Dabei wird das zu untersuchende Objekt vom Display mit verschiedenfarbigem Licht beleuchtet und die Reflexion über die Kamera gemessen, um die chemische Zusammensetzung zu analysieren.

Sie soll auch feststellen können, ob Äpfel oder Salatköpfe wirklich Bioprodukte sind oder Rückstände von Pestiziden aufweisen, wie frisch Fleisch von der Wursttheke ist, ob ein Pflanze krank ist, obwohl sie noch gesund aussieht, welches Pflegeprodukt die Haut des Smartphonebenutzers gerade nötig hätte und einiges mehr.

(via Kraftfuttermischwerk)

Die österreichische Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 hat kürzlich einen umfangreichen Bericht namens „Glyphosat und Krebs: Gekaufte Wissenschaft“ veröffentlicht. Untertitel: „Die Tricks von Monsanto und der Beitrag der Behörden, um Glyphosat vor einem Verbot zu retten“. Allerdings gibt es nur eine deutsche Zusammenfassung, der Report (PDF) ist in Englisch verfasst.

Das kam (wahrscheinlich nicht zufällig) vor der morgigen Jahreshauptversammlung von Bayer, für die die Aktionäre hinsichtlich der geplanten Übernahme von Monsanto schon mal großen Gesprächsbedarf angemeldet haben.

Auf die Studie bin ich über einen Artikel bei Telepolis mit dem Titel „Glyphosat: Datenmasseure bei der Arbeit“ gestoßen. Schöner Begriff.

Der Goldesel unter den Pflanzenschutzmitteln soll 2019 neun Milliarden Euro ausspucken – 2012 belief sich die weltweite Nachfrage noch auf fünf Milliarden Euro.

Dass uns 2016 (mal wieder) einen neuen Temperaturrekord beschert hat, habt ihr sicherlich mitbekommen. Die New York Times hat dazu eine interessante und mir neue Form der Visualisierung mit den globalen Durchschnittstemperaturen seit 1880.

Screenshot: https://www.nytimes.com/interactive/2017/01/18/science/earth/2016-hottest-year-on-record.html

Wie leicht sich unsere Erinnerung manipulieren lässt, zeigt ein Versuch, bei dem Menschen Werbung gezeigt wurde, die die Möglichkeit versprach, Bugs Bunny in Disneyland die Hand zu schütteln. 16% der Probanden „erinnerten“ sich danach tatsächlich an das unmögliche Ereignis. (Unmöglich, weil Bugs Bunny keine Walt-Disney-Figur ist.) Dafür reichte eine einfache Anzeige!

Und nun stellen wir uns mal die Wirkung einer konsequent von einer Vielzahl „unabhängiger“ Politiker, Experten und Medien vorgetragenen Desinfo vor. sad

Philip Tetlock hat mehr als zwanzig Jahre lang die Vorhersagen von Experten analysiert. Dafür hat er mehr als 82.000 Expterteneinschätzungen zum Eintreten verschiedener Szenarien für die Zukunft gesammelt und mit anderen Vorhersagen verglichen. Das überraschende Ergebnis: die „Experten“ haben keine Ahnung. Und je weniger Ahnung sie haben, desto wahrscheinlicher dürfen sie diese in den Medien verbreiten. Aus dem Lexikon:

Diese Vorhersagen wurden mit der Realität sowie mehreren anderen Vorhersagen von einfachen statistischen Modellen, uninformierten und informierten Laien verglichen. Die Experten schnitten kaum besser ab als informierte Laien und jede Gruppe schnitt schlechter ab als einfach [sic!] Regeln und Modelle. Innerhalb der Experten konnte Tetlock immerhin eine Gruppe von Experten identifizieren, die besser als eine zweite Gruppe von Experten abschnitt: In Anlehnung an Isaiah Berlin waren die Füchse mit ihrem agilen, breiten Wissen den monothematischen Igeln überlegen, wenngleich beide Gruppen einfachen statistischen Modellen unterlagen. Laut Tetlock seien Igel in den Medien jedoch eher gefragt als Füchse.

Zwei Nachrichten aus dem Tierreich: Auch Ameisen nutzen Werkzeuge. Forscher hatten ihnen verschiedene Hilfsmittel zum Transport von Honig und Flüssigkeiten angeboten. Die haben sie ausgetestet und kleine Schwammstückchen für besonders gut befunden. 

Außerdem: Menschenaffen, Delphine und Makaken können die Zuverlässigkeit ihrer Erinnerungen beurteilen

Sie überspringen schwierige Aufgaben in einem Gedächtnistest, sammeln bei Bedarf mehr Informationen, bevor sie eine Aufgabe angehen, oder spielen mit höheren Einsätzen, wenn sie sicher sind, eine Aufgabe richtig lösen zu können.

Schlechte Nachrichten für Veganer: Auch Schleimpilze sind zu kognitiven Leistungen fähig. Neben dem Finden des kürzesten Weges zwischen zwei Punkten soll Physarum polycephalum auch

Optimierungsprobleme lösen, die kürzesten Netzwerke finden, wiederkehrende Ereignisse antizipieren und seine Schleimspur als externes Gedächtnis verwenden können, um nicht an Orte zu gehen, die er bereits besucht hat. Und er soll ähnliche Entscheidungsfindungen wie in Gehirnen treffen können, aber auch zu irrrationalen ökonomischen Entscheidungen wie Menschen, Stare oder Honigbienen tendieren und bei schwierigen Problemen abwägen zwischen Geschwindigkeit und Genauigkeit.

Ich finde das cool. Nicht nur, dass wir immer mehr Leben an den abgefahrensten Orten finden. Das Leben, das wir schon kennen, kann auch immer noch ein bisschen mehr, als wir schon dachten.

Intro- und Extraversion hirnphysiologisch erklärt:

Introvertierte, so die Entdeckung, sind häufig auch dann neuronal stimuliert, wenn sie keine Reize von außen empfangen. Wegen dieser von Natur aus höheren Gehirnaktivität haben die Stillen offenbar ein stärkeres Bedürfnis, sich gegen Reizüberflutung abzuschirmen.

Der grundlegende Unterschied beider Gehirne wird hier hier näher erläutert:

Auf der Flucht und bei der Jagd wird der Botenstoff Dopamin ausgeschüttet. Schnelligkeit ist bei beidem Trumpf, also aktiviert Dopamin kaum mehr als die zur Verarbeitung von Sinneseindrücken nötigen Bereiche.

Um abends am Lagerfeuer und in Ruhe das Ergebnis der Jagd auszuwerten, werden dann weitere Bereiche benötigt, um sie mit früheren zu vergleichen, zu bewerten, Fehler und neue Ideen zu finden und Pläne zu entwickeln. Die aktiviert Acetylcholin.

Soweit funktionieren introvertierte und extrovertierte Gehirne gleich. Der Unterschied liegt im Belohnungssystem: Der Extrovertierte braucht ordentlich Dopamin, der Introvertierte hat davon schnell zuviel und braucht dann seine Ruhe. Dafür spricht er aber auch auf Acetylcholin an und kann sich damit belohnen, sein Gehirn zu beschäftigen.

Weitere Erkenntnisse in Cartoons und mit Quellen bei Bored Panda.