Ein Nachbar von Osama Bin Laden wurde wohl nachts Zeuge der US-Operation bei der Bin Laden angeblich hingerichtet wurde. Er gibt zu Protokoll, dass nur einer der vier Hubschrauber auf dem Gelände landete. Dieser stürzte dann beim Start ab und brannte aus: demnach hätte man Bin Laden weder tot noch lebendig ausfliegen und auf See bestatten können.

Aus bisher unbekannten Gründen hat der Gott der Christenheit den für heute angekündigten Weltuntergang offenbar noch einmal verschoben. Dabei hatte der kalifornische Prediger Harold Camping doch alles so fein ausgerechnet, wie Florian Freistetter sehr schön erklärt. Eine unbedingt empfehlenswerte Lektüre für alle, die heute unerwartet noch etwas Lebenszeit geschenkt bekommen haben.

Update: Eine unvollständige aber beeindruckende Chronik der (verpassten) Weltuntergänge.

Chronik der (verpassten) Weltuntergänge

Die Militarisierung Deutschlands schreitet weiter voran. Ist der letzte Bundespräsident zumindest angeblich noch wegen der Kritik an seiner Äußerung zum Einsatz der Bundeswehr aus wirtschaftlichen Interessen zurückgetreten, darf der neue Kriegsminister nun dasselbe fordern. Nicht, dass Thomas de Maizière damit nicht die Wirklichkeit beschreiben würde – was ja löblich ist. Dass diese Realität nach Grundgesetz und Völkerrecht eine andere sein müsste, das ist das Problem.

Ähnlich phantasielos wiederholt auch der neue Innenminister Hans-Peter Friedrich das ewiggestrige Mantra der Schwarzen Pest nach dem Einsatz der Bundeswehr im Inneren. Wegen Terror natürlich, wissen schon. Wie die Bundeswehr da helfen soll, nachdem das BVerfG das Abschießen von Passagierflugzeugen ja verboten hat, verrät er allerdings nicht. Sollen Panzer deutsche Weihnachtsmärkte schützen oder die Infanterie mit Maschinengewehren einfach Jagd auf „seltsam aussehende Menschen“ machen? Da erscheinen mir andere Motive für einen Einsatz der Bundeswehr im Inneren deutlich plausibler. Stichwort: Vertrag von Lissabon und die Niederschlagung von Aufständen.

Puh, da sind wir ja noch mal mit dem Schrecken davon gekommen. Was zunächst aussah wie eine völlig unverhältnismäßige Hausdurchsuchung mit Abschaltung der Server der Piratenpartei („Servergate“), entpuppt sich nun doch noch als Rettung aus größter Gefahr. Man stelle sich vor: Hacker planten Angriff auf AKW-Betreiber.

Man muss das betonen, weil auch das Foto bei Spiegel Online etwas anderes suggeriert: Es geht um den Angriff auf einen AKW-Betreiber, genau genommen auf dessen Webseite. Nicht um einen Angriff auf Atomkraftwerke! Atomkraftwerke sind nicht mit dem Internet verbunden. Aber vermutlich kann man bei dem Thema momentan am einfachsten Zustimmung für ein solches Vorgehen in der Bevölkerung erwarten. Dann darf man natürlich auch nicht erwähnen, dass der Angriff bereits im April stattgefunden hat.

Um die Ermittlungen französischer Behörden wegen eines bereits erfolgten Angriffs auf eine Internetseite mit der Beschlagnahmung der Server einer deutschen Partei als verhältnismäßig in Einklang zu bringen, die nach dem Grundgesetz einen besonderen Schutz genießt, zwei Tage vor einer Wahl steht und selbst nicht einmal Ziel der Ermittlungen ist – dafür muss man wohl lange Jura studiert haben. Dass man das deswegen trotzdem nicht unbedingt verstehen muss, zeigen die bloggenden Anwälte Udo Vetter und Thomas Stadler.

Und um diesen Skandal mit keinem Wort in der Tagesschau zu erwähnen, muss man wohl ganz viel journalistische Erfahrung gesammelt und ein feines Gespür für die Unterscheidung von wichtigen und unwichtigen Themen entwickelt haben. Man stelle sich mal vor, die Server einer der fünf etablierten Parteien wären beschlagnahmt worden.

Update: Schützenhilfe der australischen Piraten in Form eines offenen Briefes an den deutschen Botschafter.

Wieder was gelernt, wenn auch nicht aktuell. Von deutschen Gerichten wird auch nach ausländischen Gesetzen Recht gesprochen, vor allem im Familien- und Erbrecht:

Das Nebeneinander verschiedener Rechtsvorstellungen sei „Ausdruck der Globalisierung“, sagt der Erlanger Jurist und Islamwissenschaftler Mathias Rohe, „wir wenden islamisches Recht genauso an wie französisches.“ Doch während etwa Kanada für seine Einwanderer grundsätzlich keine ausländischen Rechtsregeln anerkennt, lässt das deutsche Recht solche Normen gelten – solange sie nicht der öffentlichen Ordnung und den Grundrechten zuwiderlaufen. Zwangsehen und Steinigungen sind deshalb verboten.

So sieht es aus, wenn die Hamburg-Mannheimer für die Ihren in einer Budapester Therme eine Sex-Party mit Prostituierten organisiert:

„Die Damen wurden nach jedem solcher Treffen mit einem Stempel auf ihrem Unterarm abgestempelt. So wurde festgehalten, welche Dame wie oft frequentiert wurde“, sagte ein Gast. Die Damen erhielten außerdem verschiedene Armbändchen. „Die einen waren als Hostessen anwesend, die anderen würden sämtliche Wünsche erfüllen. Es gab auch Damen mit weißen Bändchen. Die waren aber reserviert für die Vorstände und die allerbesten Vertriebler.“

Das nennt man dann übrigens „Incentive-Reise“.

Update: Für die Party und die Bändchen-Nummer gab es offenbar eine literarische Vorlage: „Bad Banker“ von Markus Will.

Nach der angeblichen Hinrichtung Bin Ladens zeigt sich mal wieder, wer den Terrorismus tatsächlich braucht. Da das FBI ihn ja nie wegen 9/11 gesucht hat, sollte man meinen, dass man sich dort freut den peinlichen Steckbrief endlich verschwinden lassen zu können. Fehlanzeige.

Und auch bei der Überarbeitung der UN-Sanktionsliste unter Leitung des deutschen Botschafters Peter Wittig hat man nun beschlossen, Bin Laden nicht zu streichen. Begründung:

Der Tod Osama bin Ladens sei weder das Ende von Al Kaida noch des weltweiten Terrorismus, sagte Wittig vor dem UN-Sicherheitsrat in New York.

Ich finde, wir sollten schnell noch Hitler draufsetzen, dessen Tod ja auch nicht das Treiben von Diktatoren, Faschisten und Völkermördern beendet hat.

Bereits im Dezember 2010 veröffentlichte die Japanische Organisation für Nukleare Sicherheit einen Bericht zu den möglichen Folgen eines Tsunamis japanische Kernkraftwerke.

Unsere Analyse […] zeigt, dass ein Tsunami mit einer bestimmten Höhe (sieben Meter ohne Schutzmauer und etwa 15 Meter mit) oder höher mit annähernd 100prozentiger Wahrscheinlichkeit den Reaktorkern beschädigen würde. […] Wir nehmen an, dass ein Tsunami von mindestens sieben Meter Höhe eine Sewasserpumpe zerstören und ein Tsunami von mindestens 15 Meter Höhe Einrichtungen außerhalb des Reaktorgebäudes wie etwa Transformatoren zerstören würde.

Außerdem wird immer deutlicher, dass das Kraftwerk bereits durch das Erdbeben schwer beschädigt gewesen sein muss.

Auf zur nächsten Runde im Doktorarbeiten-Domino: Auch wenn es sich im Fall von Rösler nicht um den Vorwurf des Plagiats handelt, könnte der frischgebackene FDP-Vorsitzende und Wirtschaftsminister bei seiner Doktorarbeit gemogelt haben:

Die Illegalität des Erwerbs seines Doktortitels ergibt sich dadurch, dass die Studie nicht von Philipp Rösler geplant und durchgeführt wurde, sondern von anderen und zu einer Zeit, als er noch Student war. Es handelt sich also um eine Auftragsarbeit, über deren Auftraggeber sich Philipp Rösler ausschweigt.

Die Studie wurde, wie in der Dissertation auf Seite 6 zu erfahren ist, zwischen dem 1.7.1997 und dem 30.11.1998 durchgeführt und da war er noch Student.