Keine Ahnung, ob das einen Erkenntnisgewinn bringt, aber gelegentlich charakterisieren sich Zeitungen und Zeitschriften ja gegenseitig oder selbst, und das will ich hier einfach mal sammeln.

Dabei dürfte es bei der politischen Einordnung von links bis konservativ nur im Detail Differenzen geben, ich denke eher an Sachen wie das „Sturmgeschütz der Demokratie“. Mal gucken, was dabei rauskommt, für Hinweise bin ich dankbar.

Bild

Springer-Vorstandsvorsitzender Mathias Döpfner, 2006: „Für die „Bild“-Zeitung gilt das Prinzip: Wer mit ihr im Aufzug nach oben fährt, der fährt auch mit ihr im Aufzug nach unten.“

die tageszeitung, 5.1.2012: „Wie naiv muss man sein, zu glauben, man könne ein Imperium wie die Bild-Zeitung daran hindern, in die Öffentlichkeit zu tragen, was es will?“

Frankfurter Allgemeine Zeitung

Der SPIEGEL, 39/2007: „Die politische Kommentierung verharrt in oft marottenhaftem Konservativismus. Die Debattenathletik, die das Feuilleton einst groß machte, hat sich erschöpft.“

Der Spiegel

Spiegel-Gründer Rudolf Augstein, 1963: „In der Ära Adenauer waren wir das Sturmgeschütz der Demokratie, mit verengten Sehschlitzen. Im ärgsten Kampfgetümmel, wo man uns manche Hafthohlladung appliziert hatte, erreichten wir nicht entfernt die Wirkung wie in dem Moment, da man uns wie mit einem Netz auf den Trockenboden schleppte und die Armierung zu demontieren gedachte.“

Die Süddeutsche hat ein paar Details zu den Kameras, die viele Russen in ihren Autos installiert haben, und denen wir die vielen Videos des gestrigen Meteoritenregens über dem Ural verdanken:

Fußgänger springen zuweilen absichtlich vor Autos, um einen Unfall zu inszenieren und Schmerzensgeld zu kassieren. Doch das funktioniert nicht immer: Manche Autofahrer drehen den Spieß um und verwenden das Video als Druckmittel – um Geld von den Betrügern zu nehmen.

Über dem Ural ist heute Morgen ein Meteoritenregen niedergegangen. Dabei ist ein größeres Objekt in der Erdatmosphäre auseinandergebrochen, und der weitere Flug der Bruchstücke wurde vielfach gefilmt. Das wohl bestdokumentierte Ereignis dieser Art. Die Druckwelle war so stark, dass Fensterscheiben zu Bruch gegangen sind und viele hundert Menschen verletzt haben.

Und die umfassende Dokumentation dieses historischen Ereignisses verdanken wir korrupten Polizisten!

Zahlreiche Pendler filmten den Meteoriten eher zufällig: Viele Russen haben in ihren Autos Videokameras installiert, um im Falle von Verkehrsunfällen ihre Unschuld beweisen zu können – oder um korrupte Verkehrspolizisten zu überführen.

Berufsbedingt sehe ich öfter nette und lustige Ideen deutscher Gastronomen. Aber was sich der Landgasthof Fiedler hat einfallen lassen, muss ich einfach mal ins Blog kleben. Eine kleine Geste mit großer Wirkung, da freut man sich sogar beim Bezahlen der Rechnung noch mal. Und ich weiß jetzt schon, wo ich esse, wenn ich mal nach Oberroßbach komme. (Danke, Erik)

Rechnung (mit freundlicher Genehmigung vom Landgasthof Fiedler)

Rechnung (mit freundlicher Genehmigung vom Landgasthof Fiedler)

Zensur überflüssig, unsere Journalisten sind schon so „ganz auf Linie mit den Eliten“:

Ich vermute folgendes: Journalisten mit Eliten-kompatiblen Werten und Meinungen haben höhere Chancen, Zugang zu den höchsten Kreisen zu bekommen, und die Einbindung in das Elitenmilieu verstärkt dann über die Zeit hinweg die Konformität. Das heißt auch: Journalisten mit Eliten-kompatiblen Meinungen haben bessere Chancen, Karriere zu machen, denn sie können im eigenen Haus und in der Branche mit exklusiven Informationen und hochrangigen Interviewpartnern punkten.

Unsere Gebühren bei der Arbeit: Nachdem es letzte Woche bei Jauch für die Kirchen nicht ganz so gut lief, bekommen sie jetzt eine zweite Chance – ohne nervige Gegenstimmen: sechs überzeugte Christen dürfen bei Jauch über die „Nähe der Kirchen zu den Menschen“ diskutieren. Na was für ein Glück, dass die bei uns in den Rundfunkräten sitzen.

Andererseits birgt das natürlich die Chance, dass sie sich unter sich noch mehr als üblich blamieren. Schließlich ist keiner da, der sie bremsen kann.