Der Verkauf von Weihwasser über das Internet ist offenbar kein so lukratives Geschäft. Zumindest hat der anonyme Betreiber von weihwasser.de seine Geschäftstätigkeit eingestellt und bietet die Domain für 5.000 Euro zum Kauf an. Dabei klang alles so gut (Hervorhebung von mir):

Aber soviel dürfen wir Ihnen über das heilige Element Wasser mitteilen. Aus einer Vielzahl von Berichten seit Christi Geburt ist zu entnehmen, dass es gegen alle Krankheiten, Leiden und Schmerzen eingesetzt wurde, und das stets erfolgreich.

Nicht nur der EU-Normalbürger profitiert tagtäglich vom Euro, auch die Kriminellen jubeln: Denn mit dem 500-Euro-Schein wurde elegant das „Volumenproblem“ bei krummen Geschäften gelöst. Wenn man zum Beispiel in Vor-Euro-Zeiten einer deutschen Partei anonym 100.000 DM zukommen lassen wollte… wink

Update: Das passt ja auf mehreren Ebenen. Helmut Kohl: I acted like a dictator to bring in the Euro. (via Nachtwächter)

Bei einem Anschlag auf den Marathon in Boston wurden zwei Sprengsätze gezündet, die drei Menschen getötet und mehr als 100 verletzt haben. Lernt denn heute niemand mehr, anständige Bekennerschreiben zu verfassen und seine Anschläge so zu timen, dass sie der Regierung nicht auch noch gelegen kommen? So könnte man fast meinen, jemand wollte Hinz und Kunz eine Blanko-Vollmacht geben, den Anschlag frei im Sinn der eigenen Agenda zu interpretieren und auszunutzen.

Update: Da lässt sich Hans-Peter Uhl natürlich nicht lange bitten.

Während man bei uns ja immer wieder von den üblen Arbeitsbedingungen in der Paketbranche hört, scheinen mir da in Amerika geradezu paradiesische Zustände zu herrschen: Pakete der Schuhfirma Atheist werden in den USA mit entsprechender Kennzeichnung später ausgeliefert als ohne. Da ist der Druck offenbar noch nicht so immens, wenn die Mitarbeiter Zeit finden, einzelne Sendungen auszusortieren und die spätere Zustellung zu regeln.

Google-Nutzer können jetzt in einer Art digitalem Testament festlegen, was mit ihrem inaktiven Account geschehen soll. Man kann seine Daten 3 bis 12 Monate nach dem letzten Login löschen lassen oder vertrauenswürdigen Menschen den Zugriff gewähren. Das ist natürlich auch im eigenen Interesse von Google, weil die Daten inaktiver Nutzer nichts wert sind, aber trotz Ressourcen binden.

Als Atheist finde ich es einigermaßen unverständlich, was an Scientology so schlimm sein soll, oder zumindest schlimmer als an den etablierten Religionen. Denn wenn zum Beispiel Scientology vorgeworfen wird, mit „falschen Botschaften vor allem Jugendliche zu ködern“, würde ich mir das von den anderen auch wünschen – die greifen sich nämlich vor allem Kinder. Und das auch noch von uns allen finanziert.

Eine anonyme Quelle hat der internationalen Presse eine Festplatte mit 260 GB Daten über die geheimen Geschäfte verschiedener Steueroasen zugespielt. Bis zu den aktuellen Berichten zu den Offshore-Leaks dauerte es dann über ein Jahr, denn:

Die Datenmenge ist enorm: etwa 150-mal so groß wie beim bisher größten veröffentlichten Leak, den Botschaftsdepeschen von Wikileaks. Die Depeschen lagen damals außerdem in einem einheitlichem Format vor und konnten darum standardisiert ausgewertet werden. Die Offshore-Festplatte enthält dagegen alle möglichen Formate durcheinander: Firmendatenbanken, E-Mails, Vorlagen in Word, Scans, Briefe als PDF.

Die weiteren Auswertungen zu den 122.000 Briefkastenfirmen mit Verbindungen in 170 Länder werden bestimmt spannend. Was mich allerdings viel mehr interessiert ist die Frage: wo zur Hölle kommen die Daten her? Dabei geht es mir nicht um die Person des edlen Spenders, dem ich ewige Anonymität wünsche – ich wüsste gerne, wo diese Daten gesammelt wurden.

Für Kontoinformationen einzelner Banken oder Handelsregisterauszüge einzelner Steueroasen, kann ich mir eine entsprechende Quelle noch leicht vorstellen. Um an die oben genannten Daten zu kommen, scheidet eine einzelne menschliche Quelle allerdings aus.

Auch als kollektive Leistung kann ich mir das nicht vorstellen: Wer hätte diese Menge an Daten koordiniert sammeln sollen? Eine Plattform wie WikiLeaks hätte die Daten sicherlich medienwirksam selbst (mit-)veröffentlicht und für mögliche Whistleblower auch hinreichend bekannt sein müssen. Und auch wenn sich jemand aktiv um die Befreiung der Daten bemüht hätte, wäre es ja nicht mit einer kleinen Truppe und ein paar Hacks getan gewesen.

Ganz oben angesetzt, weiß ich auch nicht, wie ich das mit einem Geheimdienst erklären sollte. Ich kann mir noch vorstellen, dass die zwei Millionen E-Mails mittels automatisierter Kommunikationsüberwachung abgefischt wurden (Stichwort: Echelon) und mit ihnen alle Scans und Word-Dokumente. Aber Firmendatenbanken? Um Rohdaten kann es sich also nicht handeln und das Echelon-Bodenpersonal scheidet aus. Wenn die Daten aber bereits verarbeitet und mit anderen Quellen verbunden worden sind, wird auch der Kreis derer enger, die Zugriff auf diese Daten haben – und damit das Risiko der Enttarnung größer. Irgendwie erscheint mir das unwahrscheinlich. Und warum hat der Informant die aus den Daten gewonnenen Informationen nicht auch noch mit auf die Platte gepackt und den Journalisten ein Jahr aufwendiger Forensik erspart?

Also: Woher kommen die Daten? Oder drehe ich hier grade frei und die Erklärung ist ganz einfach?

Update: Auch Wolfgang Michal vom Standard will erst ein paar Routinefragen geklärt wissen.

TV-Quotenmesser und Werbetreibende haben so ihre Probleme mit den neuen Sehgewohnheiten der Zuschauer, weil immer weniger Fernsehsendungen „live“ geguckt werden und Werbung vorgespult wird. Die Lösung:

Eine andere Methode besteht darin, den Werbespot vorspultauglich zu gestalten, sodass man den Produktnamen auch bei sechsfacher Fast-Forward-Geschwindigkeit noch gut erkennt. Neueren Studien nach könnten solche Clips sogar mehr Eindruck hinterlassen als mit regulärer Geschwindigkeit betrachtete, weil Zuschauer, die beim Vorspulen auf das Ende des Werbeblocks warten, deutlich aufmerksamer sind als solche, die sich müde von einem Life-Programm [sic!] berieseln lassen.