Lacher des Tages:

Bei einem Kurzbesuch von Bundeskanzlerin Merkel im Weißen Haus kam auch der NSA-Skandal zur Sprache. US-Präsident Obama bat die Deutschen darum, bei der Bewertung von US-Aktivitäten nicht immer nur das schlimmste anzunehmen.

Womit er ja eigentlich recht hat. Viel sinnvoller ist es, dass Schlimmste anzunehmen und dann zu überlegen, was sie darüber hinaus noch verbrochen haben könnten.

Ich bin ja mit den unzähligen Rock-Genres einigermaßen überfordert und im Wesentlichen bei der Unterscheidung in Rock, Hard Rock, Metal und Punk stehen geblieben. Okay, beim Metal fielen mir noch ein paar ein – aber ich habe da Jahrzehnte nachzuarbeiten. Laut Map of Metal habe ich’s damit nämlich kaum über die 70er hinaus geschafft. (Dank an Max, der das neulich irgendwo verlinkt hatte)

Dass Werbetreibende wirklich alles versuchen, um ihre Produkte möglichst nicht als Werbung erkenntlich zu bewerben, liegt ja in der Natur der Sache. Dass namhafte Verlage dabei mitmachen und ihren Kunden die Werbung dann auch noch verkaufen, überrascht mich aber doch noch. Corporate Publishing heißt das Zauberwort, und MONITOR hat da ein Kinderbuch, eine Biographie und auch einen Roman als Beispiele.

Ich erinnere mich an einen Spaziergang mit meinen Eltern in Kindertagen, wo sie etwas irritiert und auch ein wenig besorgt waren, als ich unterwegs mir völlig fremde Leute freundlich gegrüßt habe. An das darauf folgende Gespräch kann ich mich hingegen nicht mehr erinnern – kann also nicht so dramatisch gewesen sein.

Und da habe ich offenbar richtig Glück gehabt: In den USA hat eine Mutter ihren sechsjährigen Sohn entführen lassen, weil er ihr zu nett gegenüber Fremden war.

Berichten zufolge fuhr der Mann den Jungen dann zu dessen Zuhause. Dort warteten bereits Mutter, Großmutter und Tante des Kindes. Sie brachten ihn in den Keller, wo sie ihm weitere Horrorszenarien ausmalten. Man werde ihn womöglich an einen Sex-Ring verkaufen.

Marktkonforme Demokratie im Alltag: Im Bund und in Hessen wurden die Warnungen der Atomaufsicht übergangen, um der Atomindustrie Millionenklagen wegen einer ungenügenden Begründung des Ausstiegs zu ermöglichen. Außerdem: weitere Mauscheleien, vernichtete Dokumente, ein Atomlobbyist als Chefaufseher für Reaktorsicherheit und ein Ministerpräsident als Chefsekretär von RWE. Brechreizerregend.

Wer das Geschäftsmodell der Sammelmagazine verstanden hat, macht sich wahrscheinlich nicht die Mühe auch noch auszurechnen, wie teuer so ein Gimmick im Endeffekt wirklich wird. Hier gibt es ein paar lustige Details.

Für einen mittelbeeindruckenden Plastikglobus investiert ein interessierter Heimgeograf so rund 700 Euro – und wegen des wöchentlichen Erscheinungsrhythmus fast zwei Jahre Wartezeit.

Man darf in ethischen Fragen einfach keine Religioten zu Rate ziehen – auch nicht den Papst:

Franziskus erzählte dazu eine Anekdote: Einmal habe er einen Vater sagen hören: „Manchmal muss ich meine Kinder ein bisschen schlagen, aber nie ins Gesicht, um sie nicht zu erniedrigen.“ Er selbst habe geantwortet: „Wie schön, er hat einen Sinn für die Würde. Er muss bestrafen, er tut es auf gerechte Weise, und von dann geht es weiter.“

Ex-MI5-Whistleblowerin Anne Machon im Interview auf die Frage, was man als einzelner Bürger heute noch für ein wenig Privatsphäre tun kann:

PGP-Verschlüsselung ist sehr gut, der Tor-Browser, das Betriebssystem Tails. Aber es kommt natürlich auf Ihre Risikogruppe an. Wenn Sie Whistleblower, investigativer Journalist oder ein politischer Aktivist sind, sollten Sie besser Hardware nutzen, die älter ist als 2008. Seit jenem Jahr nämlich werden überall Hintertüren für die Geheimdienste eingebaut. Im Prinzip gibt es nur einen einzigen Weg, wie Sie wirklich sicher und geheim mit einem anderen Menschen kommunizieren können: Nehmen Sie ein Stück Glas und legen Sie Ihr Blatt Papier darauf – so hinterlassen Sie keine Abdrücke. Decken Sie das ab und schreiben Sie unter der Decke – so kann Sie niemand sehen oder hören. Dann wechseln Sie, und Ihr Gegenüber kann die Nachricht lesen. Anschließend zerstören Sie das Papier gründlich. Am besten verbrennen Sie es.

sad

Die Anstalt war diese Woche mal wieder absolut genial. Zwei Zitate habe ich mir im Hotel auf die Schnelle notiert – die kontrolliere ich aber bestimmt noch mal wink

Nationalismus ist die Straßenhure unter den Gefühlen: billig, muss jeden ranlassen, und wenn man nicht aufpasst, fängt man sich was Schlimmeres ein.

Außerdem nach einer Reihe von sagen wir mal: weniger bekannten Zitaten aus der Bibel.

Warum orientieren wir uns nicht einfach an einem Buch, in das man die Menschlichkeit nicht erst mühsam reininterpretieren muss? „Die Würde des Menschen ist unantastbar“ hat noch keiner geschrien, bevor er abgedrückt hat.

Beides von Uthoff, glaube ich.

Auch auf der Erde gibt es immer noch spannende Dinge zu entdecken. Zum Beispiel eine etwa 1 km dicke, honigartige Schicht in 100 km Tiefe, auf der wohl die Erdplatten treiben. Aber wie das immer so ist, tun sich dabei gleich neue Fragen auf:

Warum gibt es in 100 Kilometer Tiefe Wasser oder Magma? Die Last darüber liegenden Gesteins sollte dort eigentlich selbst bei der herrschenden Hitze von mehr als tausend Grad Gestein nicht schmelzen lassen. Und warum sickert die zähe Flüssigkeit nicht nach unten oder dringt nach oben? Die Erkundung des mysteriösen Gleitfilms hat begonnen.