Vorratsdatenspeicherung, NSA-BND-Skandal, No-Spy-Lüge, heute: Ausländer misshandelnde Bundespolizisten usw. usf. – boah, das ist mir gerade echt alles zuviel. Da lese ich mir lieber mal wieder ein gutes Buch.

Und auch wenn ich gerade erst die Hälte gelesen habe, muss ich für Marc Elsbergs Blackout. Morgen ist es zu spät. doch schon eine Leseempfehlung aussprechen. Ein extrem spannender Techno-Thriller, der mit dem Szenario eines Stromausfalls spielt. Europaweit und nicht nur ein paar Stunden.

Das Buch begeistert mich auf zwei Ebenen. Da ist einerseits die spannende Jagd nach den Verantwortlichen – Russen, Chinesen, Terroristen? -, bei der wir einen italienischen Hacker begleiten und von der ich nicht erwarte, dass sie mich noch enttäuscht. Und andererseits die wohl recht realistische und höchst beklemmende Beschreibung der Folgen eines solchen Stromausfalls. Technisch wie gesellschaftlich. Allein deswegen kann ich das Buch jetzt schon empfehlen – für Freunde von Eschbach und Schätzing auf jeden Fall.

Nach einem Gutachten der Münchner Universität der Bundeswehr sind die mit TTIP geplanten Schiedsgerichte verfassungswidrig. Nicht überraschend, aber ich will mir bei der Gelegenheit gleich noch notieren, wessen Idee das eigentlich war:

analogo.de war im Festsaal des Mainzer Landtages zugegen, als [der US-Botschafter] Emerson spezifizierte, es sei Angela Merkel gewesen, die 2007 während ihrer EU-Ratspräsidentschaft die Initiative zu TTIP übernahm. Die deutsche Seite würde die geheimen Schiedsgerichte forcieren, da ausgerechnet Deutschland nach Ende des 2. Weltkrieges von lukrativen internationalen Aufträgen ausgeschlossen war.

Noch ein ausführlicherer Bericht zu Emersons Rede.

Ich weiß ja nicht so genau, was ich von dieser G36-Geschichte halten soll. Dass ein Sturmgewehr bei Dauerfeuer erhitzt und unpräzise wird finde ich nicht so skandalös, und warum es bei Temperaturen oberhalb unserer eher gemäßigten Sommer funktionieren muss, erschließt sich mir auch nicht. Was ich nun aber spannend finde: Auf Geheiß des Kriegsministeriums und in Absprache mit Heckler & Koch sollte der MAD gegen kritische G36-Berichterstattung vorgehen.

Politisches Engagement muss man sich auch erst mal leisten können. Und so habe ich mal geguckt, was die Parteien an jährlichen Mitgliedsbeiträgen bei einem Monatseinkommen von 1.000 Euro netto aufrufen – was etwa dem Vollzeitverdienst bei Mindestlohn entspricht.

Am günstigsten sind die Piraten mit einem pauschalen Beitrag von 48 Euro. Eine zusätzliche Spende von 1% des Nettoeinkommens wird allerdings empfohlen, das wären weitere 120 Euro.

Auch CDU/CSU erheben einen pauschalen Basis- oder Mindestbeitrag – allerdings in Höhe von 60 Euro. Dieser erhöht sich erst ab einem Jahresbruttoeinkommen von 40.000 Euro und dann noch mal ab 60.000 Euro. Bei der CSU gelten die gleichen Konditionen. Die höheren Beiträge heißen hier (pdf) übrigens Leistungsbeitrag I und II.

Die SPD hat eine feinere Staffelung anhand des Netto-Einkommens und verlangt demnach 60 Euro bei unserem angenommenen Einkommen. Bis dahin ist die Sache auch noch eindeutig, aber danach wird’s verwirrend: die Staffelung erfolgt in 1.000er-Schritten und gibt dann jeweils drei verschiedene Beiträge an.

Die FDP (pdf) verlangt 96 Euro und landet damit überraschend nur im Mittelfeld. Der niedrigste Beitrag gilt bis zu einem Bruttoeinkommen von 2.600 monatlich.

Platz 3 teilen sich B90/Grüne – die einfach 1% des Nettoeinkommens nehmen – und die AfD mit einem Pauschalbetrag für Berufstätige von 120 Euro. Hier wird allerdings auch ein höherer Beitrag analog des Modells der Grünen „dringend empfohlen“ – das macht aber in unserem Fall keinen Unterschied.

Platz 2 ist für mich wieder eine Überraschung. Die NPD – sorry, den Link müsst Ihr Euch selber suchen – nimmt nämlich 144 Euro. Das entspricht dem Mindestbeitrag von 10,50 Euro monatlich. Der Monatsbeitrag ist außerdem zusätzlich als Aufnahmegebühr zu entrichten ist – das gibt’s sonst nirgends.

Und der Sieger ist Die Linke mit sportlichen 180 Euro! Und das auch nur, weil ich unserem Mindestlohnempfänger noch ein paar Euro geklaut habe. Ab 1.001 Euro netto wären nämlich schon 240 Euro fällig.

Update: Wie konnte ich Die PARTEI vergessen? Schlanke 10 Euro pro Jahr und eine PARTEI-Mailadresse gibt’s auch noch. smile