Wikipedia erklärt:

Augustusburg ist eine Kleinstadt in Sachsen. Benannt ist die Stadt nach dem weithin sichtbaren und landschaftsbeherrschenden Schloss Augustusburg, einem ehemaligen Jagdschloss der sächsischen Kurfürsten. Bekannt ist sie außerdem auch durch die Drahtseilbahn Erdmannsdorf-Augustusburg.

Außerdem ist es wohl die deutsche Stadt mit den meisten Kennzeichen – zumindest, wenn die Wikipedia da mal nicht irrt. Insgesamt sieben (!) sollen die nicht mal 5000 Erzgebirgler haben. Kann falsch sein, muss es aber nicht. Zumindest hier kann man auf die Kennzeichen nämlich auch nichts mehr geben: Wolfhagen hat zum Beispiel drei, weil im Landkreis Kassel wieder alte Kennzeichen von vor der Gebietsreform zugelassen werden.

Noch besser finde ich aber, was ich letztens auf der Zulassungsstelle gelernt habe. Trotz Wohnsitz in der Stadt konnte ich das bestehende Land-Kennzeichen bei der Ummeldung behalten. Und nicht nur das: hätte ich einen Wagen aus Frankfurt gekauft, hätte ich auch dieses Kennzeichen in Kassel führen können. Ob das auch eine Kasseler Besonderheit ist, entzieht sich allerdings meiner Kenntnis.

Aber zurück zu Augustusburg. Da fällt mir nämlich noch was auf. Die Stadt hat die Patenschaft für ein Panzergrenadierbataillon übernommen! Von Städtepartnerschaften habe ich ja schon gehört, aber das ist hoffentlich neu und einzigartig.

Die Drohnen der Bundeswehr sind dem Winter in der Ukraine nicht gewachsen:

Wie die „Bild“-Zeitung unter Berufung auf Bundeswehrkreise berichtet, sind die unbemannten Flieger vom Typ „Luna“ nur bis minus 19 Grad einsetzbar. Diese Temperaturen werden aber bei Flughöhen zwischen 3000 und 5000 Metern im kalten ukrainischen Winter deutlich unterboten.

Und nicht nur da. Denn wenn ich es richtig verstehe, reicht das nicht mal für einen milden deutschen Winter. facepalm

Eine Meldung von letzter Woche, die ich mir unbedingt noch notieren muss: Die Stasi wusste schon Mitte der 1980er über die Totalüberwachung durch die NSA Bescheid. Das ist schon hart, aber am besten gefällt mir, woher das MfS die Information hatte:

Eichner sah sogar eine Parallele zum Fall Snowden: Die Quelle war ein technischer Fernmeldeaufklärer der Bundeswehr mit relativ niedrigem Dienstgrad. Beim MfS war man sehr erstaunt, dass eine solche Person Zugriff auf ein derart brisantes Verzeichnis hatte.

Niedere Dienstgrade der Bundeswehr waren informiert, aber BND und Regierung wollen nichts gewusst haben.

Mal kurz erklärt, wofür deutsche Soldaten in Afghanistan sterben:

Die erste Lüge ist jene, mit der behauptet wird die Soldaten seien „für ihr Land gefallen“. Sie sind für jene Politiker gestorben, deren Eitelkeit in einem „Auslandseinsatz“ eine gehobene Stellung Deutschlands sieht. Sie haben sich für jene haltlosen Charaktermasken der jeweiligen Bundesregierungen umbringen lassen, die sich nicht trauten den USA NEIN zusagen, als die ihre ökonomischen und politischen Interessen mit einem Krieg in Afghanistan durchsetzen wollten und dazu deutsche Soldaten brauchten.

(via Gegenmeinung)

Noch mehr Rüstungs-Gaudi: Northrop Grumman versteht die Probleme mit dem Euro-Hawk wegen der angeblich fehlenden Anti-Kollisions-Technik nicht so ganz. Die Technik sei Standard und in der deutschen Testdrohne „auf ausdrücklichen Wunsch“ nicht eingebaut worden:

Alle nötigen Verkabelungen seien aber vorhanden und die Installation kinderleicht – Paynter vergleicht es mit dem Anschließen eines CD-Wechslers im Autokofferraum, wo alle Kabel schon gelegt sind.

Werben für die Bundeswehr: an Schulen und anderswo, eine umfangreiche Sammlung der AG Friedensforschung. Allein im letzten Jahr kamen 144.000 Schüler in den Genuss von Bundeswehr-Propaganda, vorgetragen durch Jugendoffiziere im Unterricht!

Mein Favorit ist aber eine etwas ältere Operation auf eigenem Terrain, die auch besonders gut zum linkstiftenden Eintrag des Nachtwächters passt:

Bereits im Oktober 2009 war ein Schülerausflug zur Truppe in Schleswig-Holstein kritisiert worden: 18 Schüler einer achten Klasse besuchten damals die Eutiner Rettberg-Kaserne. Für einen Skandal sorgte dabei das Anpreisen eines 370000 Euro teuren Schießsimulators durch einen Oberstabsfeldwebel. »Habt ihr eine Playstation zu Hause? Das macht bestimmt Spaß oder? Das hier ist aber 1000 Mal besser!«, wurde er in der Lokalzeitung zitiert. Selbstverständlich durften die Schüler den Simulator auch ausprobieren und anschließend einen Spähpanzer vom Typ »Fennek« begutachten.

Kriegsminister de Maizière ist mit der Einstellung in der Truppe unzufrieden. Das ist aber auch wirklich ärgerlich. Da setzt man alle Hebel in Bewegung, um mehr Auslandseinsätze ohne menschenrechtlichen Überschwang zu propagieren, und dann will keiner der verwöhnten Helden im Ausland sterben Unbekanntes kennenlernen:

Die Sehnsucht junger Leute nach der großen, weiten Welt werde heute anders bedient. „Ich würde mir wünschen, dass es mehr Interesse für das Unbekannte gibt als Sehnsucht nach dem Hotel Mama“, sagte der CDU-Politiker.

Es gibt so Sätze, da verschlägt es mir einfach die Sprache:

Wir brauchen außerdem realistische Ziele und nicht zu viel menschenrechtlichen Überschwang bei der Entscheidung, Soldaten in ein anderes Land zu schicken.

Das geht flatter zum Glück nicht so, der den Neusprech dieser und anderer Einlassungen von Kriegsminister Thomas de Maizière ausführlich seziert.

Unser Kriegsminister spricht Klartext:

In einem vorweihnachtlichen Interview für aktuell, die Wochenzeitung der Bundeswehr, hat Thomas de Maiziere seinen Soldaten den Sachstand noch einmal ganz lapidar mitgeteilt: Die Bundesrepublik sei jetzt „erwachsen geworden“, politikgeschichtlich betrachtet. Sie habe „Führungsverantwortung in Europa wahrzunehmen“ und könne weltpolitische Einflussnahme nur realisieren über „Beteiligung an schwierigen global-strategischen Themen wie Finanzen und Sicherheit“. Und das bedeute: „Mehr Auslandseinsätze sind gefordert.“

Eben lief eine spannende Doku über die Starfighter-Affaire. Mir war gar nicht bewusst, was für Dimensionen das damals hatte. Aus dem Wikipedia-Artikel:

Bis 1991 waren 916 Starfighter bei der Bundeswehr im Einsatz, 300 gingen durch Unfälle verloren, davon 269 durch Abstürze. Einschließlich des letzten tödlichen Unfalls im Jahre 1984 verunglückten 116 Piloten tödlich (108 Deutsche und acht US-Amerikaner).

Dass wir 2014 aus Afghanistan abziehen, glaubt hoffentlich niemand mehr. Nun erklärt unser Kriegsminister, wie der Abzug hinausgezögert werden soll:

Schon länger war klar, dass weiterhin Soldaten und Polizisten ausgebildet werden sollen. Um aber die Ausbilder zu schützen, müssen auch Kampftruppen vor Ort sein. Angestrebt wird also ein neues Mandat, ob mit oder ohne UN-Auftrag ließ de Maiziere offen, schließlich könnte auch die Karsai-Regierung westliche Ländern um weitere militärische Hilfe bitten.

Zum BVerfG-Urteil zum Einsatz der Bundeswehr im Inneren:

Die Bundeswehr wehrt nicht wie die Polizei Gefahren ab. Ihre Aufgabe ist es, den Gegner zu vernichten und da außer uns gerade niemand da ist, sind wir, das Volk, dieser Gegner

Außerdem entwirft denkbonus noch ein Szenario, wie aus einer Demo ein bewaffneter Aufstand werden kann, und zitiert das lesenswerte Sondervotum des Verfassungsrichters Reinhard Gaier. (via)

Die Bundeswehr ist auf den Einsatz im Inneren schon mal vorbereitet. Zumindest werden derzeit im Rahmen des Heimatschutzes bundesweit „Regionale Sicherungs- und Unterstützungskräfte“ (RSUKr) aufgestellt, die unter anderem zur Unterstützung der zivilen Sicherheitsbehörden eingesetzt werden können. Bis April 2013 sollen 27 Kompanien mit insgesamt 2.700 Mann aufgestellt werden:

Möglich ist jedoch der Einsatz der RSUKr-Einheiten in Rahmen der „Amtshilfe“ zur Unterstützung der Polizei beim „Schutz ziviler Objekte“, „zum Schutz kritischer Infrastruktur“ und bei der „Bekämpfung organisierter und militärischer bewaffneter Aufständischer“ oder „widerstrebender“ Bevölkerungsteile. „Hier haben wir bereits ein Element der militärischen Aufstandsbekämpfung als Unterstützungshilfe für die Polizei“, sagt Gössner.

Besonders beängstigend ist, was die taz von der aus 150 Reservisten bestehenden Hamburger Einheit zu berichten weiß:

Die Leute würden zurzeit „speziell gedrillt“, berichtet ein Insider: „Die sind heiß drauf.“