Silvana Koch-Mehrin möchte die Aberkennung ihres Doktortitels wegen Plagiaten nicht hinnehmen und widerspricht dem Beschluss der Uni Heidelberg.

Das könnte lustig werden, denn die „fehlenden Quellenangaben“ bestreitet sie nicht einmal, behauptet nur, dass sei den Prüfern bekannt gewesen und auch kritisiert worden. Koch-Mehrin müsste dem Gericht also den feinen Unterschied zwischen fehlenden Quellenangaben und Plagiaten erklären, und die Universität, wie sie für so eine Arbeit trotzdem einen Doktortitel verleihen konnte. Popcorn!

Nächster Fall im Doktorarbeiten-Domino, und diesmal ein ganz besonders brisanter: Bernd Althusmann (CDU) ist nämlich nicht irgendwer, sondern als Kultusminister Niedersachsens und amtierender Präsident der Kultusministerkonferenz derzeit so etwas wie der oberste Bildungspolitiker Deutschlands. Und da wäre es eigentlich seine Aufgabe, „auf die Sicherung von Qualitätsstandards in Schule, Berufsbildung und Hochschule hinzuwirken“. Die ZEIT hat sich ausführlich mit Althusmanns „Trüben Quellen“ beschäftigt und bietet die Analyse seiner Dissertation auch zum Download an.

Mehr zum Thema Plagiate gibt es jetzt auch auf De Plagio, einem Gemeinschaftsprojekt bloggender Wissenschaftler, die die Reputation der Wissenschaft im Zeitalter des Plagiats retten wollen.

Auf zur nächsten Runde im Doktorarbeiten-Domino: Auch wenn es sich im Fall von Rösler nicht um den Vorwurf des Plagiats handelt, könnte der frischgebackene FDP-Vorsitzende und Wirtschaftsminister bei seiner Doktorarbeit gemogelt haben:

Die Illegalität des Erwerbs seines Doktortitels ergibt sich dadurch, dass die Studie nicht von Philipp Rösler geplant und durchgeführt wurde, sondern von anderen und zu einer Zeit, als er noch Student war. Es handelt sich also um eine Auftragsarbeit, über deren Auftraggeber sich Philipp Rösler ausschweigt.

Die Studie wurde, wie in der Dissertation auf Seite 6 zu erfahren ist, zwischen dem 1.7.1997 und dem 30.11.1998 durchgeführt und da war er noch Student.