Die Dänen haben jetzt einen Kreationisten als Wissenschaftsminister. Allerdings hat NRW ja auch eine Homöopathieanhängerin als Gesundheitsministerin – von unserem Bundesfinanzminister ganz zu schweigen. Und Kreationismus hatten wir in Hessen 2007 auch schon mal.

Hessens Kultusministerin Karin Wolff (CDU) will die biblische Schöpfungsgeschichte im Lehrplan des Faches Biologie aufnehmen. Ministerpräsident Roland Koch und die Union stellen sich hinter sie.

(via Fefe)

Der Stadtrat von Münster hat beschlossen, den Katholikentag nicht mit Barmitteln zu unterstützen. Ein schöne Entscheidung, wenn auch mehr aus Geldnot denn aus Überzeugung. Die CDU war natürlich trotzdem dafür. Und auch auf die Verräterpartei ist irgendwie immer Verlass:

Während die Grünen sich Sachleistungen und Rabattierungen durch die Stadt nur und soweit vorstellen können, wie diese auch anderen Großveranstaltungen gewährt werden, will die SPD viele Dienstleistungen kostenfrei zur Verfügung stellen, darunter die Überlassung von Schulen und auch der Halle Münsterland. Dies allein entspräche bereits einer Förderung in Höhe von 400.000,- EUR. Andere Veranstalter müssen diese Finanzmittel selbst aufbringen.

Klare Ansage von CSU-Generalsekretär Scheuer:

In jedem Fall werden wir in Bayern alle gesetzlichen Möglichkeiten ausschöpfen, damit das Christentum bei uns in Bayern privilegiert bleibt und weiterhin das prägende Wertefundament für unsere Gesellschaft ist.

Um die gelebte Praxis der Privilegierung des Christentums hierzulande und insbesondere in Bayern zu leugnen, bedarf es ja einiger Phantasie. Und dass viele Politiker das GG eher als grobe Richtschnur für das sehen, was sie so verbrechen können, nimmt auch nicht wunder. Trotzdem immer schön, wenn es mal einer offen ausspricht.

Man darf in ethischen Fragen einfach keine Religioten zu Rate ziehen – auch nicht den Papst:

Franziskus erzählte dazu eine Anekdote: Einmal habe er einen Vater sagen hören: „Manchmal muss ich meine Kinder ein bisschen schlagen, aber nie ins Gesicht, um sie nicht zu erniedrigen.“ Er selbst habe geantwortet: „Wie schön, er hat einen Sinn für die Würde. Er muss bestrafen, er tut es auf gerechte Weise, und von dann geht es weiter.“

Das Kölner Verwaltungsgericht hat eine muslimische Beschneidungsfeier am Karfreitag verboten, weil es die Christen nun mal lieber sehen, wenn an diesem Tag alle mit ihnen trauern. Dass Schachturniere an einem solchen Tag gar nicht gehen, versteht sich ja von selbst – aber bei religiösen Feiern bedarf das schon einer Begründung:

Bei dieser Abwägung kam das Gericht zu dem Schluss, dass dem Karfreitag als kalendergebundenem Feiertag Vorrang einzuräumen sei.

Das mag erst mal halten. Aber grob überschlagen dürften hierzulande auch jeden Tag rund 100 Jungs in jüdische Familien geboren werden. Und denen hat ihr Gott nunmal vorgeschrieben, dass der Nachwuchs am achten Tag zu verstümmeln ist – Karfreitag hin oder her.

Vielleicht dürfen die Verfassungsrichter ja mal darüber befinden, was ihm wohl wichtiger ist. Außerdem baue ich weiterhin auf die Schafi’iten. wink

Das Blut von Papst Johannes Paul II. sollte Mexiko befrieden:

Im Kampf gegen die Bandenkriminalität greift Mexiko zu einem ungewöhnlichen Mittel: Eine Reliquie mit Blut des verstorbenen Papstes Johannes Paul II. soll durch das Land getragen werden – der Vatikan schickt für die Prozession eine Ampulle Blut nach Lateinamerika.

Die Meldung ist von 2011, und die Aktion war meines Wissens auch nicht komplett erfolgreich. Irritierend finde ich aber die Sache mit der Ampulle. Muss ich mir das so vorstellen, dass ein Papst nach seinem Tod erstmal trockengelegt wird und im Keller des Vatikan Gefrierschränke mit all den „Reliquien“ stehen? Und was heben die noch auf? Hätte ich mir doch irgendwie würdevoller vorgestellt.

Mit gutem Beispiel voran: im Brandenburger Bildungsministerium stehen die Sternsinger diesmal vor verschlossenen Türen. Der Personalrat hatte sich gegen die „religiöse Vereinnahmung“ gewehrt – die Minister selbst lassen sich Fototermine mit süßen Kindern inklusive Selbstdarstellung als treue Christen ja eher ungern entgehen. Gibt’s im Bundeskanzleramt eigentlich auch einen Betriebsrat?