TV-Quotenmesser und Werbetreibende haben so ihre Probleme mit den neuen Sehgewohnheiten der Zuschauer, weil immer weniger Fernsehsendungen „live“ geguckt werden und Werbung vorgespult wird. Die Lösung:

Eine andere Methode besteht darin, den Werbespot vorspultauglich zu gestalten, sodass man den Produktnamen auch bei sechsfacher Fast-Forward-Geschwindigkeit noch gut erkennt. Neueren Studien nach könnten solche Clips sogar mehr Eindruck hinterlassen als mit regulärer Geschwindigkeit betrachtete, weil Zuschauer, die beim Vorspulen auf das Ende des Werbeblocks warten, deutlich aufmerksamer sind als solche, die sich müde von einem Life-Programm [sic!] berieseln lassen.

Diesmal hat Swissair die Muslime beleidigt. Und zwar mit einer Werbung, die das Heckruder einer Swissair-Maschine mit dem Schweizerkreuz auf typischem Rot und dem Slogan „Kreuz ist Trumpf“ zeigt. Auf die Idee muss man erst mal kommen. Aber zumindest bei uns steht einer fest an der Seite der Entrechteten: Wolfgang Thierse will die Beleidigung religiöser Gefühle wie rassistische Äußerungen behandeln.

Denn sie wissen genau, was sie tun: AWD-Maschmeyer hat Wulff nicht nur eine Anzeigen-Kampagne für dessen Buch „Besser die Wahrheit“ geschenkt, er hat die Rechnungen auch mehrfach umschreiben lassen. Und so wurden aus „Anzeigen“ dann „Beratungsleistungen“.

Derweil hat SPON mal zusammengefasst, wie sich Wulff in der Vergangenheit zu Verfehlungen seiner Kollegen geäußert hat.

Adblock Plus will künftig nicht-nervige Werbung durchlassen. Für mich geht das in Ordnung, weil ich  nichts gegen Werbung habe und das Addon nur als Selbstverteidigung gegen die schlimmen Auswüchse der Online-Werbung verstehe. Sachen wie animierte Banner mit unerwünschter Musik, überflüssige und langsame Skripte und am schlimmsten: Layer-Ads, die ein neues Fenster öffnen, wenn man sie schließen will.

Im Zuge der Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen erfreuen sich die Damen der Nationalmannschaft derzeit großer Aufmerksamkeit – was ich ihnen von Herzen gönne. Unerfreulich finde ich hingegen, dass ich eben auch einen BILD-Spot mit einigen Spielerinnen sehen musste. Und für die Print-Version der Kampagne lassen sich neben Bundestrainerin Silvia Neid sogar sechs von ihnen vor den BILD-Karren spannen: Lena Goeßling, Alexandra Popp, Fatmire Bajramaj, Kim Kulig, Simone Laudehr und Inka Grings.

Ganz so, als ob Judith Holofernes nie gezeigt hätte, wie man mit den Avancen der BILD-Agentur Jung von Matt umgehen sollte, reihen sich die Fußballerinnen nun in eine unrühmliche Liste von BILD-Botschaftern ein:

Alice Schwarzer, Philipp Lahm, Nazan Eckes, Armin Rhode, Mario Barth, Til Schweiger, Udo Lindenberg, Thomas Gottschalk, Sido, Gregor Gysi, Veronika Ferres, Carmen Nebel, Ruth Moschner, Paul Panzer, Atze Schröder, David Garrett, H.P. Baxxter, Fabian Hambüchen

Die Aufzählung ist sicherlich unvollständig, aber auch so sind da zumindest für mich schon ein paar echte Enttäuschungen dabei. Wen habe ich denn noch vergessen?

Seit heute ist das iPad auch bei uns erhältlich, und auf Dummer weiser Deutscher macht man sich Gedanken zu dem „kostenlosen PR-Feuerwerk“, das unsere Medien für Apple abfeuern. Und einige der Opfer kann man sich dann in einem Video bei Foucs Online ansehen. Ich bin mal gespannt, ob die Tagesschau auch über dieses historische Ereignis berichtet.

Update: Sie hat berichtet und dabei auch die Stiftung Warentest zitiert, die das iPad wohl als „teueres Spielzeug“ bezeichnet hat. Und wem kann man so etwas verkaufen? Na, all unseren EU-Parlamentariern zum Beispiel. Dass sie erst kürzlich mit neuen Laptops ausgestattet wurden, stört dabei nicht, denn:

The driving force behind the idea is Klaus Welle, the parliament’s German secretary-general, who is known as an enthusiast for the iPhone, already a popular Apple product.

„Fuck you, I won’t do what you tell me“. Eigentlich eine Textzeile, die man nicht im Weihnachtslied 2009 erwarten würde. So aber geschehen in Großbritannien, wo sich Facebook-Nutzer gegen die Vermarktungmaschinerie der englischen Casting-Show X-Factor stemmten, dessen Sieger gewöhnlich auf den Spitzenplatz der dortigen Single-Charts im Dezember abonniert ist. Dank einer Kampagne von Facebook-Mitgliedern wurde der 17 Jahre alte Titel „Killing in the Name“ von Rage Against the Machine mehr als ein halbe Million Mal online gekauft. Er stürmte damit die Charts und wurde zum offiziellen Weihnachtssong 2009 auf der Insel.

Dass die penetranten und sich ungefragt vor den Inhalt der Internetseite legenden Layer Ads als Werbeform bei den Nutzern äußerst unbeliebt sind, erklärt sich eigentlich von selbst. In einer Umfrage stellte sich letztes Jahr aber außerdem heraus, dass Layer-Werbung imageschädigend ist und ein knappes Drittel der Befragten sogar in die Arme der Konkurrenz treibt.

So gab in einer Umfrage unter Internet-Usern im Alter von 18 bis 45 Jahren die überwältigende Mehrheit von 97 Prozent an, sich an dieser Art von Werbeeinblendungen zu stören. Knapp 43 Prozent erklärten sogar, dass Layer-Werbung extrem stört und sie bestrebt sind, Websites mit solchen Werbeformen gar nicht erst zu besuchen. Doch damit nicht genug, bei immerhin 68 Prozent der Befragten produzieren Werbeeinblendungen durch Layer zudem einen erheblichen Image-Verlust: 40 Prozent geben an, dass bei ihnen die jeweiligen Firmen bzw. Produkte an Ansehen verlieren, 28 Prozent gehen sogar soweit, zu sagen, dass sie künftig bei anderen Firmen einkaufen wollen.

Bis diese Zahlen (wenn überhaupt) an den richtigen Stellen Gehör finden, bleibt wohl weiterhin nur die Selbstverteidigung mit Adblock Plus und NoScript. Leider zum Nachteil derer, die normale Werbung auf ihren Seiten platzieren, gegen die vermutlich nicht nur ich nichts einzuwenden habe. Bei vielfach für den Nutzer kostenlosen Internetangeboten kann es aber auch ein Ausdruck der Kosumentensouveränität sein, Werbung gezielt bei den Seiten zuzulassen, die dem Nutzer einen Mehrwert bieten.

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